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02.08.2021

Kooperationen sind für die Grundschule Am Borgfelder Saatland nichts Ungewöhnliches. Wenn es darum geht, den Kindern ein ansprechendes Programm zu bieten, sitzt die Ganztagsschule mit dem Turn- und Sportverein, mit der Kirchengemeinde, dem Schul-Förderverein und der Musikschule Ridder in einem Boot. Neuester Renner bei den Kindern ist eine Kooperation mit einem Fußballclub – dem SC Borgfeld.

VON ULRIKE SCHUMACHER

Für Werner Piesik und Joachim Kumpart liegt die Schulzeit schon ziemlich lange zurück. Doch jetzt ist sie zu den beiden Männern zurückgekehrt. Jeden Freitag um 14 Uhr besuchen sie die Grundschule, worüber sich eine Gruppe von Mädchen und Jungen sehr freut. Werner Piesik ist Trainer im Fußballclub SC Borgfeld. Er sei Rentner und habe Zeit, erzählt er, während gleichzeitig 25 Kinder in die Turnhalle stürmen. Die beiden Männer leiten seit Ende des vergangenen Jahres an der Grundschule Am Borgfelder Saatland im Rahmen der Ganztagsschule eine Fußball-AG, worüber sich auch die Schulleiterin freut.

Offizielle Vereinbarung

Kerstin Kinner hat an diesem Nachmittag auf der Tribünenbank Platz genommen und verfolgt lächelnd, wie die Mädchen und Jungen tobend die Halle erobern. „An der Kooperation mit dem SC Borgfeld sind wir sehr interessiert“, sagt die Schulleiterin. „Wir brauchen mehr Sportangebote.“ Zusammen mit Sportlehrerin Anne Schroeder brachte sie den Ball ins Rollen. Und nun gibt es eine offizielle Kooperationsvereinbarung zwischen Grundschule und Fußballverein, in dem beide Seiten ihre „feste Absicht bekunden, neue Impulse für die fußballerische und damit sportliche Förderung von Kindern zu geben“. Der Deutsche Fußballbund hat dafür Bälle, Leibchen und weiteres Trainingsmaterial gespendet. Die Jörg-Wontorra-Stiftung unterstützt die Arbeitsgemeinschaft aus Schule und Verein mit 500 Euro.

Erreichen wollen Grundschule und Fußballclub mit diesem Angebot vor allem auch Kinder, die bisher nicht in einem Fußballverein aktiv sind. „Sie sollen ihren Spaß an Spiel, Sport und Bewegung entdecken“, sagt Werner Piesik. Das haben sie längst. Stillstand gibt es nicht in dieser Stunde nach dem Mittagessen. Sie haben nun lange genug gesessen. Jetzt wollen die Schülerinnen und Schüler sich bewegen, und die beiden Trainer haben dafür immer ein paar Ideen parat. 

Fußballspielen gehört dabei erstmal nicht dazu. „Die Kinder müssen nach ihrem Schultag umschalten“, weiß Piesik aus seiner langen Erfahrung. Spiele wie Jäger und Fuchs, bei denen sie sich austoben können, stehen als Erstes auf dem sportlichen Nachmittagsprogramm. Joachim Kumpart baut derweil am Spielfeldrand ein paar Kegel auf. Im Slalom können die Kinder als nächste Übung einen Ball durch die Lücken balancieren.

Von dem Angebot profitieren beide Seiten. Möglich, dass Mädchen und Jungen aus der AG in den Fußballclub gehen. „Der Borgfelder Fußballverein kann sich aufgrund der Kinderflut in diesem Stadtteil zu den Vereinen in Bremen zählen, der mit die meisten Jugendspieler beim Verband gemeldet hat“, erzählt Werner Piesik. Allein in der Altersgruppe der Sieben- bis 14-Jährigen seien beim SC Borgfeld 334 Kinder aktiv. Bei 774 Mitgliedern ist das fast die Hälfte. Besonderes Augenmerk richte der Verein auf den Ausbau des Frauen- und Mädchenfußballs.Gerade sei die D-Mädchenmannschaft des SC Borgfeld Bremer Hallenmeister geworden. Aber auch die Schule muss sich in Sachen Fußball nicht verstecken. „Es gibt eine Grundschulmannschaft im Fußball, die sehr erfolgreich ist“, berichtet Schulleiterin Kinner.

Inzwischen dringen aufgeregte Rufe durch die Halle. Jetzt geht‘s doch noch darum, wer die meisten Tore schießt. Wie ein Schwarm Bienen sausen die Zweit- bis Viertklässler von links nach rechts und wieder zurück. 

Später sitzen sie mit glühenden Wangen und verschwitzt am Hallenrand und schwärmen, wie toll sie die AG finden. Der zehnjährige Tammo hat sich vorher nie für Fußball interessiert. Jetzt muss er einfach hinterher, wenn der Ball rollt. Kyra, ebenfalls zehn Jahre alt, hat auf dem Pausenhof immer mal wieder gekickt. „Und jetzt habe ich gemerkt, dass ich immer besser werde.“ Timo freut sich über die Ausdauer, die er mit der AG dazugewonnen hat, und Vicky (8) und Charlotte (9) sind als Hockeyspielerinnen sowieso flink am Ball. Mit den Brüdern haben sie zu Hause schon oft Fußball gespielt, erzählen die Mädchen. Für sie kam diese AG wie gerufen.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 3 Datum: 07.03.2014

 
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