Deutsch
English
Español
Svenska
Русский
02.08.2021
Borgfelder haben offenbar die Faktenlage kurzfristig noch einmal neu bewertet / Verärgerung bei Barisspor

Von Thomas Müller

Borgfeld·Osterholz-Scharmbeck.Nur zwei Tage, nachdem sie beim SC Borgfeld ganz offiziell verkündet hatten, dass Carsten Huning im Sommer der dritte Mann im Trainerstab des Bremer Fußball-Landesligisten werden soll, war der Deal auch schon wieder geplatzt. Offenbar hatten die Verantwortlichen nicht Kenntnis von allen relevanten Fakten, sodass sie dann schnell noch einen Rückzieher machten.

„In den weiteren Gesprächen sind wir leider zu unterschiedlichen Auffassungen gekommen“, sagte SC-Vorsitzender Hajo Hilken. Mehr sei dazu nicht zu sagen. Auch Huning wählte eine ganz ähnliche Formulierung, sprach von „vielen unterschiedlichen Auffassungen“, und ehe die sich im Verlauf der Saison auswirkten, sei es besser, lieber doch keine Zusammenarbeit einzugehen. Während sie beim SC Borgfeld bereits am gestrigen Mittwoch mit Ugur Biricik (siehe auch unteren Text) einen neuen Mann für das künftige Trainer-Trio präsentierten, ist ungewiss, ob Carsten Huning auch kommende Saison Trainer des Kreisligisten Barisspor bleiben wird.

Der 48-Jährige kann sich das durchaus vorstellen: „Ich bin ja nicht unglücklich bei Barisspor.“ Und mit dem noch möglichen Aufstieg in die Bezirksliga, mutmaßlich über die Relegation, bleibe der Verein eine reizvolle Adresse mit viel perspektivischer Arbeit. Derzeit gelte es, die sportliche Entwicklung abzuwarten. Auch ihm, Huning, sei bewusst, dass es da einen Konkurrenten für das Traineramt gebe.

In Fußballerkreisen wird gemunkelt, dass Hassan Jaber vom Liga-Konkurrenten und Meisterschaftsfavoriten SV Lilienthal/Falkenberg in der kommenden Saison als Spielertrainer bei Barisspor arbeiten könnte. Vereinsvorsitzender Halil Ölge möchte das weder bestätigen noch dementieren: „Es gibt Ideen, aber noch keine Pläne. Hassan wäre sicherlich eine Alternative. Aber es ist noch alles offen. Wir müssen noch viele Gespräche führen.“

Stichwort Gespräche: Ölge wundert sich über die sich derzeit schnell ändernde Personallage und dass die betroffenen Personen nicht immer den Verein frühzeitig informiert hätten. Ölge klang verärgert, als er sagte: „Wir sind davon ausgegangen, dass Carsten Huning bei uns bleibt. Und den Vorstand hat er nicht davon informiert, dass er nach Borgfeld gehen will.“ Der Barisspor-Chef hat noch ein zweites Beispiel: Dass sein Spieler Dennis Riemer den Verein im Sommer verlassen und zu Bornreihe wechseln werde, habe er aus der Zeitung erfahren. „Warum spricht uns da niemand von Bornreihe offiziell an?“, fragt Ölge.


Der künftige dritte Mann kommt in zwei Minuten mit dem Fahrrad zum Sportplatz
„Mit dem Fahrrad sind es ja nur zwei Minuten zum Platz“, freut sich Ugur Biricik nicht nur auf seine künftige Aufgabe als Trainer beim Bremer Landesligisten SC Borgfeld, sondern auch darüber, dass sein neues Tätigkeitsfeld sozusagen um die Ecke liegt. Der 36-Jährige (verheiratet, ein Kind) ist nämlich auch Borgfelder. Auch nachdem die Pläne mit Carsten Huning geplatzt sind, wollen die Borgfelder am ungewöhnlichen Drei-Trainer-Modell festhalten. „Ja, wir wollen den dritten Mann“, bestätigte Jürgen Brandt, der momentan mit Jens Ahlers die ersten Borgfelder Herren coacht. Als Gespann wolle man eben vor allem zeitlich entlastet werden. „Irgendwann wird Ugur vielleicht die Mannschaft alleinverantwortlich übernehmen“, sagte SC-Vorsitzender Hajo Hilken. Dass er binnen weniger Tage einen neuen Kandidaten präsentieren konnte, lag auch daran, dass Biricik in der Bremer Fußball-Szene seit Jahren als Spieler und später Trainer bekannt ist und dass er eben auch wie Huning auf jener Liste mit Namen stand, aus denen die SCB-Verantwortlichen den dritten Mann aussuchen wollten. Lose Kontakte habe es indes schon zuvor gegeben. In offizieller Funktion, nämlich als Trainer des Landesligisten und Borgfeld-Konkurrenten OT Bremen, war Biricik übrigens vor fast genau einem Jahr auf der Anlage am Hamfhofsweg.

Da kassierten die Gäste eine 2:3-Niederlage. Der Coach kann sich vage daran erinnern, hat derzeit aber ganz andere Dinge im Kopf. Er trainiert nämlich die U 19 des TuS Komet Arsten in der Verbandsliga, die gute Chancen auf den Regionalliga-Aufstieg hat. „Die Winterrunde haben wir ja gewonnen, und in der laufenden Frühjahrsrunde sind erst drei Spiele gespielt“, so Biricik. Insofern sieht er eine erfreuliche Parallele zum SC Borgfeld, dessen A-Jugend ja bereits in der Regionalliga spielt. Die gute Jugendarbeit bei seinem künftigen Verein finde er sehr beeindruckend. „Ich freue mich auf die junge Mannschaft und die Zusammenarbeit mit Jens und Jürgen, die eine tolle Sache angeschoben haben“, sagt Biricik und nennt auch gleich das zumindest mittelfristige Ziel: „Ganz klar: Bremen-Liga.“

Zu Biriciks früheren Vereinen gehörten auch KSV Vatan Sport, Union 60 und SC Vahr Blockdiek. TMÜ

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme-Zeitung Seite: 8 Datum: 31.03.2016

 
JavaScript ist nicht aktiviert!

Wir freuen uns über jedes neue Mitglied

Was wird zu einer Spielerlaubnis/Spielberechtigung benötigt:

Weitere Informationen