Deutsch
English
Español
Svenska
Русский
16.11.2018

Ausschuss fordert ein Konzept für Straßenbau und Parken
Jürgen Schilling machte seinem Ärger im Bauausschuss Luft: „Immobilien Bremen als Vermieter der Sportanlagen des SC nutzt die Wege dorthin um ein Vielfaches öfter, als die Landwirte, die sie unterhalten“, schimpfte der Vorsitzende des Realverbandes der Teilungsinteressenten der Borgfelder Kuhweide. Dessen rund 20 Mitglieder besitzen Grundstücke zwischen dem Lehester Deich, am Kuhgrabenweg entlang bis zum Kreuzdeich, der zum Blockland führt. „So kann es nicht weitergehen“, monierte Schilling, die Stadt müsse sich etwas einfallen lassen, wie sie die zahlreichen Besucher des SC Borgfeld zu den Sportstätten hinbekomme, ohne dass die Landwirte belastet würden.

Im Sitzungsraum des Ortsamtes, in dem die Politiker des Bauausschusses tagten, drängten sich am Dienstagabend zahlreiche Gäste. Die meisten wollten wissen, wie die Straßen und Wege zu den Sportstätten des SC verbessert und wo Parkplätze für die Besucher geschaffen werden könnten. Eng damit verknüpft ist die Straßensituation am Hamfhofsweg. Wie berichtet, wächst seit Jahren die Anzahl der Mitglieder beim SC, dessen Sportereignisse locken am Wochenende Hunderte Besucher an. Es fehlt an Parkplätzen. Die Lage ist verzwickt, denn Flächen für neue Stellplätze rund um das Gelände des SC, die frei von Auflagen wären, gibt es laut Ausschusssprecherin Heike Klatte (CDU) nicht.

Ressorts sollen sich positionieren

Vorweg: Eine Lösung für die Probleme der Landwirte, der Sportler und Anwohner hatte der Bauausschuss an diesem Abend nicht parat. Aber es gibt Ansätze. Man könnte die Straße Im Großen Dinge verbreitern, den Graben ein bis zwei Meter verlegen und so Platz für zumindest zwei Busstellflächen schaffen, schlug Axel Theilen vom Verkehrsressort vor. „Was möglich ist, müssen wir vor Ort sehen.“ Fraglich sei aber: Wenn dort künftig zwei Busse parken, kommen dann noch Radfahrer und Fußgänger vorbei? Jürgen Linke (Grüne) glaubt: „Das müsste machbar sein.“

Mit dem Platz für zwei Busse will sich der SC-Vorsitzende Thomas Kaessler nicht zufriedengeben. Wenn die Eltern von 110 Kindern in der E-Jugend mit dem Auto kommen, würden sich die Anwohner am Hamfhofsweg bedanken. „Wir brauchen eine grundsätzliche Lösung für mehr als drei, vier Autos“, forderte Kaessler. Er betonte: „Das Thema Busse ist nur ein Teilproblem. Es stellt sich auch die Frage der Belastbarkeit der Straßen.“ Diese würden immer stärker beansprucht. Ein Anwohner des Hamfhofswegs weitete das Thema aus: „Es ist absurd darüber nachzudenken, Parkplätze Im Großen Dinge zu schaffen, wenn die Zuwegung nicht geregelt ist.“ Jürgen Schilling regte an: „Wir sollten überlegen, ob wir nicht den großen Wurf machen.“ Der Verkehr nehme tendenziell zu – warum nicht die landwirtschaftlichen Wege ausbauen, um ihn auffangen zu können. Christine Bandel vom Amt für Straßen und Verkehr gab zu bedenken: Die Kosten für einen konformen Straßenausbau müssten zu 90 Prozent die Anlieger tragen. „Ich sehe, das können sie nicht bezahlen“, so Bandel. Sie riet, der SC Borgfeld solle sich an die Sportsenatorin und den Verkehrssenator wenden, ihnen die Situation darlegen und mit Zahlen aus Verkehrszählungen und Fotos auf eine Lösung drängen. Zur Debatte steht, dass die Stadt links vom Hamfhofsweg Landwirten Grundstücke abkauft, diese aus dem Landschaftsschutz herausnimmt und zu Bauland umwidmet. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf könnte der Straßenausbau finanziert werden, so eine Idee. Axel Theilen: „Das Sportressort muss sagen: ,Ja, wir wollen das‘.“

Fraktionsübergreifend waren sich die Politiker nach der Debatte einig: Der Beirat muss die Probleme in einem Rutsch lösen. Die Ressorts Sport und Verkehr sollen sich fachlich mit dem Thema befassen.

Verbreiterung und Ausbau

Eine Verbreiterung der Straße Im Großen Dinge müsse genauso geprüft werden wie der Ausbau des Hamfhofswegs ab Jan-Reiners-Weg bis einschließlich der Straßen Im Großen Dinge und Hinterm Großen Dinge. „Es wäre Flickschusterei, wenn nicht alles gemeinsam angepackt würde“, bekräftigte eine Borgfelderin. Fraglich ist, ob der Beirat schon in seiner Sitzung am 20. November einen Beschluss fasst. Ein Antrag müsste dem Ortsamt bis Montag vorliegen. Auf den aktuellen Stand brachte Christine Bandel die Borgfelder, was die 25,6 Hektar große Kompensationsfläche am Kreuzdeich anbelangt. Bekanntlich soll diese unter anderem die großflächige Versiegelung in den Baugebieten Borgfeld-Ost und -West ausgleichen, ein Teilstück der Autobahn 281, den Ersatzbau der Wümmebrücke, die Anbindung der Ortsentlastungsstraße Lilienthal sowie den Bau der Straßenbahnlinien 4 und 3. Geplant sind dafür ein Überschwemmungspolder und ein Wald. Die Vergabe der Arbeiten sei im Gange, so Bandel. „Zurzeit wird die Fläche nach Kampfmitteln abgesucht.“ 1370 Metallgegenstände hätten die Experten bereits im Boden gefunden. Im Januar sollen die Erdbauarbeiten für den Polder ausgeschrieben werden; die Pflasterarbeiten könnten dann Ende 2019 beginnen.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 2 Datum: 08.11.2018

 
JavaScript ist nicht aktiviert!

Wir freuen uns über jedes neue Mitglied

Was wird zu einer Spielerlaubnis/Spielberechtigung benötigt:

Weitere Informationen