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02.08.2021
Borgfelds Trainer-Dreigestirn Jens Ahlers, Jürgen Brandt und Holger Meyer über Arbeit, Erfolg– und Zweifler
Zum Saisonstart hatte das Trainergespann des SC Borgfeld ein mutiges Ziel formuliert: Ein einstelliger Tabellenplatz sollte es für den Aufsteiger in der Landesliga Bremen schon sein. Nach einem knappen Drittel der Saison rangiert das junge Team derzeit auf dem fünften Platz – und hat noch ein Nachholspiel ausstehen. Christian Markwort bat die Trainer Jens Ahlers, Jürgen Brandt und Holger Meyer um eine Zwischenbilanz.

Von Christian Markwort

Ist der SC Borgfeld schon bereit für einen Platz unter den ersten Drei der Liga?
Jens Ahlers: Die Liga ist wie erwartet stark, aber wir können sehr gut mithalten. Wir haben eine große Qualität im Kader und viele gute junge Spieler dazu. Diese wollen wir gemeinsam entwickeln und so hoch wie möglich spielen lassen.
Jürgen Brandt: Bislang haben wir unsere Ziele sehr konsequent verfolgt. Neben viel Positivem gab es natürlich auch etwas Negatives, damit haben wir aber auch vorher schon gerechnet. Das hat uns nicht überrascht und lässt uns auch nicht unruhig werden.
Holger Meyer: Unser Kader ist gut und breit aufgestellt, wir sind dabei die drei Lager aus Neuzugängen sowie jungen und alten Spielern zu einer harmonischen Truppe zusammenzuschweißen. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg.

Mit dem ESC Geestemünde hat Ihre Mannschaft in der Landesliga nach OT Bremen und BTS Neustadt sowie zwei Bremen-Ligisten im Lotto-Pokal erneut einen starken Gegner geschlagen – gegen vermeintlich schwächere Teams wie Huchting oder Melchiorshausen lassen Sie dagegen regelmäßig Punkte liegen. Worauf ist dieses Phänomen zurück zu führen?
Jens Ahlers: Viele Spieler sind erst am Beginn ihrer Entwicklung, da ist es normal, dass nicht jedes Spiel gleichermaßen erfolgreich verläuft. Allerdings ist es tatsächlich auffällig, dass die Mannschaft sofort auf dem Platz ist, wenn es gegen namhafte Gegner geht. Warum die gleiche Konzentration und Bissigkeit bei vermeintlich leichteren Gegnern fehlt, ist schwer zu beurteilen. Im Training geben die Jungs alles, auf dem Platz setzen sie unseren Matchplan manchmal allerdings nicht um. Auch wir Trainer stehen manchmal hilflos an der Seitenlinie und wundern uns.
Jürgen Brandt: Die Jungs haben alle einen tollen Charakter und wollen immer ihr Bestes geben, ist mein Eindruck. Manchmal spielt aber gerade den Jüngeren die Psyche einen Streich und sie werden übermütig. Da sind dann wir Trainer, aber auch die erfahrenen Spieler gefordert, um sie wieder in die Erfolgsspur zu bringen.

Was zeichnet Ihre Trainingsarbeit aus, was machen sie anders oder sogar besser als ihr Vorgänger?
Jürgen Brandt: Ich weiß, dass sie diese Frage unbedingt stellen müssen, das ist Ihr Job. Bei uns Dreien ist die Vergangenheit des SC Borgfeld kein Thema mehr. Ich finde, wir sollten uns auf das Hier und Jetzt konzentrieren und unseren Weg weiter gehen. Alles in Richtung Vergleich wirkt doch nach Außen wie ein Nachtreten, und das ist ganz sicher nicht unser Stil.
Jens Ahlers: Für uns ist wichtig, viel mit allen Spielern zu sprechen. Dabei suchen wir stets das offene Wort und das kommt bei allen Spielern und dem Betreuerstab gut an. Wir suchen alle drei, einen ganz engen Draht zu unseren Spielern und halten auch die bei Laune, die einmal nicht im Kader oder in der Startelf stehen. Jeder Einzelne muss das Gefühl haben, dass er, in welcher Form auch immer, ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft ist.
Holger Meyer: Uns hilft natürlich auch der große und ausgeglichen besetzte Kader, das bedeutet für die Jungs, sich in jedem Training immer neu beweisen zu müssen. Das spornt sie alle an, unsere Trainingsbeteiligung liegt konstant bei 20 Spielern. Daran sieht jeder: Es ziehen alle mit, selbst, wenn einer mal nicht spielt.

Jetzt gibt es aber sowohl im Umfeld als auch innerhalb des Vereins noch immer Kritiker – in wie weit stört das Ihre Arbeit, gerade in der neuen Liga?
Jens Ahlers: Eigentlich überhaupt nicht. Ich denke, wir leisten hier eine gute und erfolgreiche Arbeit, was wohl jeder am Tabellenstand und an der guten Stimmung innerhalb der Mannschaft erkennen kann. Kritiker gibt es überall, wir versuchen einfach, sie mit Leistung, Einsatzbereitschaft und letztlich Erfolg zu überzeugen.
Jürgen Brandt: Ich wüsste keinen Grund, uns Vorwürfe zu machen. Im Gegenteil: Ich weiß, dass der Freundeskreis rund um den Verein herum immer größer wird. Alle haben plötzlich wieder Spaß am SC Borgfeld und das sieht man auch an den steigenden Zuschauerzahlen.

Was machen Sie aber, wenn der momentane Erfolg ausbleibt, und sich die Kritiker in ihrer Meinung bestätigt sehen?
Jürgen Brandt: Ganz ehrlich: Wer im Falle eines Misserfolgs plötzlich sagt, er habe es ja schon immer gewusst, der hat einfach keine Ahnung vom Fußball. Wir haben alle gemeinsam, Mannschaft, Verein, Betreuer und Trainer, für eine echte Aufbruchstimmung gesorgt.
Holger Meyer: Das fing doch schon in der letzten Rückrunde an. Wir hatten 15 Punkte Rückstand auf Platz eins und sind trotzdem Meister geworden und aufgestiegen. Diese Leistung – auch jetzt in der Liga oder im Pokal – kommt doch nicht von ungefähr, das hat doch seinen guten Grund.
Jens Ahlers: Jeder Mensch hat das Recht, sich kritisch zu äußern, allerdings sollte es immer fair und sachlich zugehen. Wir lassen uns gerne am Erfolg messen, bislang haben wir nur wenige Gründe geliefert, die man uns kritisch vorhalten könnte.

Kommen wir zur Mannschaft – wo sehen Sie Stärken, an welchen Schwächen müssen Sie noch arbeiten?
Holger Meyer: Mit Rico (Sygo; Anm. d. Red.) haben wir einen hervorragenden Torhüter, der alle Qualitäten eines modernen Spitzentorwarts mitbringt.
Jens Ahlers: Rico ist für mich persönlich der beste Torhüter im Bremer Amateur-Fußball. Aufgrund unserer vielen Spieler können wir ganz flexibel verschiedene Systeme spielen lassen, ohne einen Qualitätsverlust befürchten zu müssen. Einen echten Knipser haben wir zwar leider nicht, aber wir sind trotzdem gut aufgestellt.

Was sind Ihre Ziele, aktuell und perspektivisch?
Jürgen Brandt: Zunächst wollen wir uns in dieser Liga etablieren, in aller Ruhe etwas aufbauen und mal sehen, wohin der Weg führt.
Jens Ahlers: Schon vor Beginn dieser Saison habe ich gesagt, dass wir in zwei, drei Jahren in der Bremen-Liga spielen wollen. Das ist auch nach wie vor der Fall, das Potenzial dazu haben wir. Wir haben eine gute Mischung und eine gute Stimmung im Team, das hilft gewaltig.
© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 8 Datum: 20.11.2014

 
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