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02.08.2021

In Borgfeld werden keine neuen Baugebiete mehr ausgewiesen. Das erfuhr der Beirat jetzt in seiner Planungskonferenz, zu der er Vertreter verschiedener städtischer Behörden in den Gemeindesaal der evangelischen Kirche eingeladen hatte.

VON JOHANNES KESSELS

Sechs Fragen hatte der Beirat für die Planungskonferenz vorbereitet, zu der er Vertreter verschiedener städtischer Behörden eingeladen hatte. Zum neuen Flächennutzungsplan der Stadt, der gerade erstellt wird, sagte Ronald Risch vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, der Planentwurf liege derzeit noch bis zum 15. Mai öffentlich aus. Für Borgfeld werde sich nicht viel ändern. Die Planer hatten in Betracht gezogen, Am großen Dinge und nördlich des Hamfhofswegs neue Wohnbebauung zu ermöglichen. Der Beirat hatte sich dagegen ausgesprochen – mit Erfolg: Diese Bereiche sollen nicht bebaut werden, es wird im Ortsteil nur noch Lückenbebauung zugelassen, die umfangreichste auf dem Wümmehof an der Katrepeler Landstraße.

Zum neuen Landschaftsprogramm der Stadt verlas Beiratssprecher Gerd Ilgner (SPD), der die Konferenz in Vertretung des erkrankten Ortsamtsleiters Jürgen Linke leitete, einige schriftliche Antworten der Behörde: Ein zusätzlicher Weg durch die Wümmewiesen mit einer neuen Fußgängerbrücke im Osten von Borgfeld wurde vom Beirat abgelehnt und nun auch aus dem Landschaftsprogramm gestrichen. 

Neue Kompensationsfläche 

Die zweite Frage des Beirats betraf die Kompensationsfläche am Kreuzdeich. Die ist, wie Brigitte Pieper, die Leiterin des Amtes für Straßen und Verkehr (ASV), erklärte, nicht nur als Ausgleich für das Wohngebiet Borgfeld-West, den Straßenbahnbau und den Anschluss der Lilienthaler Entlastungsstraße ans Bremer Straßennetz gedacht, sondern soll auch die Versiegelungen beim Bau der neuen Wümmebrücke bei Ritterhude und der Autobahn A 281 kompensieren. 

Dazu werden ein 17,8 Hektar großer Überschwemmungspolder und ein 5,4 Hektar großer Wald angelegt. Die Stadt kaufe gerade die benötigten 18 Grundstücke, so Pieper, aber dieses Jahr sei der Baubeginn nicht mehr zu schaffen. Der Polder soll im Sommer nächsten Jahres angelegt werden, der Wald wird im Spätherbst gepflanzt.

Die Gefahr, dass die Fußballplätze des SC Borgfeld durch steigenden Grundwasserpegel unter Wasser stünden, bestehe nicht – die Plätze seien mindestens 135 Meter vom Polder entfernt. Der Beirat beschloss im Anschluss an die Planungskonferenz, dass die Grundstücke gekauft werden sollen. 

Schon im Januar 2013 hat die Baudeputation beschlossen, dass am Hamfhofsweg eine Recyclingstation gebaut werden soll. Der Beirat habe immer wieder nachgehakt, es sei bisher nichts passiert, kritisierte Gerd Ilgner. „Wir fordern das seit zehn Jahren.“ 

„Wir arbeiten daran“, versprach Insa Nanninga von der senatorischen Behörde; das Geld sei im Haushalt eingestellt, und die Stadt könne das Grundstück von der Projektgesellschaft Borgfeld (PBG), dem Bauträger für Borgfeld-West, pachten. Vielleicht sei ein Kauf aber günstiger, das müsse noch geklärt werden. „Das kann ja wohl nicht sein, dass das immer noch nicht entschieden ist“, beschwerte sich Jürgen Schilling (CDU). In zwölf bis 14 Monaten soll die Recyclingstation fertig sein, sicherte Insa Nanninga zu.

Zu der Frage, welche Bedeutung für die Behörden die Bestimmungen des Ortsteilsgesetzes haben, nach denen die Beiräte über verkehrslenkende Maßnahmen im Stadtteil zu entscheiden haben, sagte Brigitte Pieper lapidar: „Die Bedeutung ist ganz groß.“ Es könne aber nicht immer alles finanziert werden, auch gebe es manchmal verschiedene Auffassungen, wie die Straßenverkehrsordnung ausgelegt werden solle.

Frage Nummer fünf konnte schnell abgehakt werden. Dabei ging es darum, dass die Zusammenarbeit zwischen Beirat und ASV nicht richtig funktioniere. Das habe sich inzwischen erledigt, seit im ASV eine andere Mitarbeiterin für Borgfeld zuständig sei, sagte Gerd Ilgner. „Wir sind guter Hoffnung.“

Mittel für den Bezirk 4

Zum Schluss wurde gefragt, in welcher Höhe für Borgfeld Mittel im Bremer Haushalt für Straßenreparaturen eingesetzt sind. Für Borgfeld speziell gar keine, erklärte Brigitte Pieper. Der Ortsteil gehöre zusammen mit Horn-Lehe und Oberneuland zum Bezirk 4, der für Straßenunterhaltung 625 000 Euro ausgeben kann. Das Geld wird nicht nach Stadtteilen aufgeteilt, sondern nach Bedarf. 1,4 Millionen Euro sind in diesem Bezirk für Baumaßnahmen vorgesehen, darunter für die Asphaltierung des gepflasterten Teils der Borgfelder Landstraße vor der kleinen Wümmebrücke, die 240 000 Euro kosten wird.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 2 Datum: 03.04.2014

 
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