Deutsch
English
Español
Svenska
Русский
02.08.2021

VON CHRISTIAN MARKWORT

Beim Bremer Fußball-Bezirksligisten SC Borgfeld brechen nach dem überraschenden Abschied von Trainer Thomas Altmaier neue Zeiten an. Mit Ex-Spieler Jens Ahlers, Torwart-Trainer Holger Meyer und Trainer Jürgen Brandt stehen mit Beginn der Rückrunde drei durchaus bekannte Gesichter am Wümmedeich in der Verantwortung. 

„Wir sind alle drei gleichberechtigt und werden uns immer auf Augenhöhe austauschen“, betonte Jürgen Brandt, der bereits beim FC Oberneuland gemeinsam mit Jens Ahlers erfolgreich in der Jugendarbeit tätig war. Bis zum Start in die Rückrunde am 9. Februar will das neue Dreigestirn zunächst die Mannschaft kennenzulernen, damit das passende System einstudiert werden könne. 

„Wir werden versuchen, jeden Spieler möglichst auf seiner Lieblingsposition spielen zu lassen“, erklärte Jens Ahlers, der viele Spieler noch aus seiner eigenen Zeit in den Reihen der Rot-Weißen kennt. Vorrangiges Ziel bleibe nach wie vor der Aufstieg in die Bremer Landesliga. „Wir haben doch eine ganz gute Ausgangsposition“, finden die drei Coaches, „warum sollten wir bei so wenigen Punkten Abstand zur Spitze unnötig kleine Brötchen backen.“

Die drei Neuen sind vom Potenzial ihres Teams „absolut überzeugt“, schon längst hätte die Mannschaft „mindestens eine Liga höher“ spielen müssen. Mittelfristig sei durchaus auch die Bremen-Liga ein vernünftiges Ziel. „Innerhalb der ersten Trainingseinheiten müssen wir nun aber erst einmal den Teamgeist stärken und das Vertrauen zwischen Spielern und uns herstellen“, gibt Brandt die Richtung für die wenigen Wochen der Vorbereitung auf die Rückrunde vor. Dabei sei er unbedingt auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinen beiden Trainerkollegen angewiesen. 

„Während ich als Neuer den objektiven und neutralen Blick von außen habe“, so Brandt, „kann Jens Ahlers die Perspektive der Spieler einnehmen.“ Brandt war allerdings schon einmal Coach der SCB-Herren für zwei Jahre – 2007 als Nachfolger von Altmaier bei dessen erstem Borgfeld-Engagement. Borgfelds Urgestein Holger Meyer kennt die Mannschaft aus dem Effeff und kann neben dem Torwarttraining auch die jungen Spieler an die Bezirksliga heranführen. „So ein Trainerwechsel ist nicht immer einfach“, sagte Meyer, „wir müssen den Jungs nun über den Spaß den Zusammenhalt innerhalb der Truppe stärken und möglichst schnell für Disziplin und Einsatzbereitschaft eines jeden Einzelnen sorgen.“ 

Das Fundament, das Ex-Trainer Altmaier ihnen hinterlassen habe, sei bemerkenswert gut, niemand habe die Absicht, Bewährtes zu verändern. „Durch die Arbeit von Thomas hat sich die Mannschaft eine gute Ausgangsposition erarbeitet“, legt Jürgen Brandt Wert auf eine entsprechende Anerkennung für Altmaiers Arbeit.

Das Konzept für das Projekt Aufstieg steht für die neuen Trainer in Grundzügen bereits fest. „Die Details werden wir in den kommenden Wochen in Angriff nehmen“, erklärte Ahlers. Jeder Spieler habe dieselben Voraussetzungen, sich in die erste Elf zu spielen, insgesamt verfüge das Team über zahlreiche „tolle Charaktere“. Deshalb müsse auch die Hierarchie innerhalb des Teams kaum verändert werden. „Unser Kapitän ist ab sofort Christian Ulm“, legte sich das Trio bereits fest, Ulms Stellvertreter werde mit Fridtjof Persch ein weiterer alteingesessener Borgfelder. Neben einem attraktiven und erfolgreichen Fußball stehe nun vor allen Dingen das Heranführen junger und erfolgshungriger Spieler im Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Es sei ein großer Umbruch für den Verein, schließlich hätten neben dem Trainer auch mehrere Stammspieler das Team verlassen. So wechselten Nils Sotta, Ex-Kapitän Torsten Schröder und Christof Blanke in die Ü 32 – und blicken enttäuscht auf die Entwicklung der jüngeren Vergangenheit zurück. „So einen unwürdigen Abschied hat Thomas nicht verdient“, ergreifen die drei Ur-Borgfelder Partei für ihren Ex-Coach. Im Mittelpunkt ihrer Kritik stehen neben dem Vereinsvorsitzenden Hajo Hilken auch mehrere Spieler und andere Akteure, „die hinter dem Rücken des Trainers gemeinsame Sache gegen ihn gemacht haben“, kritisierte zum Beispiel Schröder. Statt das offene Wort mit Altmaier zu suchen, hätten einige zum Aufstand aufgerufen. Statt dem Trainer den Rücken zu stärken, habe Hilken dem Ex-Coach das Gefühl vermittelt, nicht mehr erwünscht zu sein und ihn somit mehr oder weniger zum Rücktritt gedrängt. 

Ob und welche Neuzugänge die Rot-Weißen künftig verstärken werden und welcher Spieler auf welcher Position spielen werde, können oder wollen die Verantwortlichen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mit Bestimmtheit sagen. 

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 5 Datum: 10.01.2014

Das neue Trainertrio mit (von links) Jürgen Brandt, Holger Meyer und Jens Ahlers hat den Aufstieg des SC Borgfeld in die Landesliga Bremen noch nicht abgeschrieben. FOTO: MARKWORT
 
JavaScript ist nicht aktiviert!

Wir freuen uns über jedes neue Mitglied

Was wird zu einer Spielerlaubnis/Spielberechtigung benötigt:

Weitere Informationen