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02.08.2021
Ein spektakuläres Wochenende erlebten zwölf Nachwuchs-Fußballer des SC Borgfeld beim jüngsten Bundesligaspiel des SV Werder Bremen: An der Hand ihrer Idole durften die Neunjährigen am Freitagabend ins voll besetzte Stadion von Borussia Dortmund einlaufen.

VON CHRISTIAN MARKWORT
Borgfeld·Dortmund. Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis Busfahrer Yilmaslik das Eis gebrochen hatte. Er ließ die Jugend-Fußballer des SC Borgfeld vor der Abfahrt zu ihrer großen Reise in das Ruhrgebiet in einer Reihe antreten und begrüßte die zwölf Jungen mit kräftigem Handschlag beim Einsteigen in den geräumigen Reisebus. Denn auch für „Onkel Sam“, wie er sich von den kleinen Kickern nennen ließ, war die Fahrt mit den Kindern zum Bundesligaspiel des SV Werder Bremen bei Borussia Dortmund eher ungewöhnlich. „Normalerweise fahre ich mit Erwachsenen“, erklärte der 54-Jährige, „aber als Vater von drei Kindern weiß ich schon, was Kinder brauchen, um eine lange Reise gut gelaunt zu überstehen.“
Unterhaltung und Ablenkung nämlich – und vertraute Menschen in ihrer Umgebung. Diese waren neben dem Busfahrer auch die beiden Trainer der Jungs, Christian Klatte und Stefan Raufeisen. Beide sorgten für die Unterhaltung der Kleinen und hatten gemeinsam mit Organisator Manfred Menken ein buntes Programm auf die Beine gestellt. „Und zwar ohne elektronisches Spielzeug“, betonte Trainer Klatte, „das haben wir ihnen nämlich nach Absprache mit den Eltern ausdrücklich untersagt.“
Also spielten die Kleinen während der Fahrt verschiedene Kartenspiele, unterhielten sich oder schliefen. Zur Belohnung für ihr diszipliniertes Durchhalten durften sie unterwegs immer mal wieder in eine große Tasche voller Süßigkeiten greifen und bekamen bei der Ankunft in Dortmund eine erste große Überraschung: In einer Fußball-Halle dürften sie sich die knapp dreistündige Fahrt aus den Knochen kicken, anschließend gab es Pommes und Pizza zum Abendbrot.
Mit dem Empfang von Hostess Simone begann das große Abenteuer rund um Deutschlands größten Fußball-Tempel. Zunächst bekamen die Borgfelder Jungs eine Einweisung über die Regeln, die die „Einlauf-Kinder“ zu beachten hatten. „Jetzt werde ich doch etwas nervös“, gestand Keanu Rogmann, der bei der Abfahrt in Bremen noch einer der Lautesten gewesen war. Nun aber überkam ihn das Lampenfieber genauso wie seine Kumpels. „Gleich sind da 80 000 Menschen“, meinte Hannes Klatt, „da wird mir ganz weich in den Knien.“
Hostess Simone führte die Kinder und ihre Betreuer durch die Katakomben des Stadions und schenkte allen eine komplette Trikot-Garnitur, mit der sie nur kurze Zeit später im Spielertunnel auf ihre großen Idole warteten. Zuvor durften sie denen sogar ausnahmsweise noch beim Aufwärmen zusehen und kamen den Profis am Spielfeldrand ganz nah. „Voll geil, aber auch voll aufregend“, gab der neunjährige Johannes Niehaus zu, dem bei seinem großen Auftritt im Stadion noch eine weitere Ehre zuteil wurde: Er durfte an der Hand von Werder-Kapitän Aaron Hunt als Erster den Rasen betreten.
„Total abgefahren“, meinte Felix Lampe, als er und seine Kollegen nach dem Spiel in der Jugendherberge ankamen. Organisator Manfred Menken hatte beim Sponsor der Dortmunder ein „Rund-um-Wohlfühl-Paket“ locker gemacht, nachdem die Wümme-Kicker das Einlaufen bei einer Verlosung gewonnen hatten. Neben dem Einlaufen waren eine Übernachtung sowie eine exklusive Stadion-Führung am nächsten Vormittag enthalten. Völlig begeistert von der Stimmung im ausverkauften Stadion fiel es einigen Kindern schwer, in der Nacht zur Ruhe zu kommen. Am nächsten Morgen gab es für drei der Jungs zwar einen ganz speziellen „Einlauf“, insgesamt waren die Erwachsenen aber zufrieden mit dem Verhalten der Gruppe.
Nach einem ausgiebigen Frühstück und der Führung durch das nun menschenleere Stadion waren die Vorkommnisse der Nacht bei der Rückfahrt ebenso vergessen wie die 0:1-Niederlage der Bremer Mannschaft. Erschöpft schliefen die Kleinen bis Bremen und auch die Großen waren „froh, dass die Fahrt so toll verlaufen ist.“, betonte das Trainergespann.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 2 Datum: 26.08.2013

 
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