Deutsch
English
Español
Svenska
Русский
26.01.2021
Foto: FR
Der 18-jährige Benedikt Wolters absolviert – Corona zum Trotz – beim SC Borgfeld sein Freiwilliges Soziales Jahr

Von Christian Markwort

Eigentlich heißt er Benedikt – aber alle rufen ihn lediglich „Ben“. Der 18-jährige Benedikt Wolters ist seit seinem achten Lebensjahr beim SC Borgfeld aktiv und bezeichnet sich selbst als fussballverrückt. „Seit ich denken kann“, sagt der junge Mann, „wollte ich in einem Fußballverein spielen und aufgrund der kurzen Entfernung zum Sportplatz haben meine Eltern mich schließlich beim SC Borgfeld angemeldet.“

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre habe Ben häufig die Gelegenheit gehabt, den Verein zu wechseln. „Aber schlussendlich konnten sie mich jedes Mal überzeugen, hierzubleiben“, fügt er hinzu. Nachdem Ben neben dem Fußballspielen bereits als Jugendlicher auch schon Nachwuchsteams betreut hatte, bot ihm Borgfelds Vorsitzender Thomas Kaessler an, im Anschluss an sein Abitur am Ökumenischen Gymnasium in Oberneuland ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim SC Borgfeld zu absolvieren – im August trat „Ben“ dieses schließlich an.

Vor etwa drei Jahren hatten sich er und einer seiner besten Freunde dazu entschlossen, selber eine Mannschaft zu trainieren: „So bin ich bei Thomas Kaessler und der damaligen ersten F-Jugend gelandet“, blickt der 18-Jährige zurück. Mit dieser Mannschaft waren die beiden Nachwuchstrainer auch recht  erfolgreich – unter anderem gewann das Team ein Jahr später als E-Jugend zweimal in Folge die Liga und eben so oft auch die Futsal-Meisterschaft in dieser Altersklasse.

Wolters selbst spielte nach seinem Eintritt beim SC Borgfeld zunächst im Feld, ehe er sich als Zehnjähriger dazu entschloss, ins Tor zu gehen – mittlerweile steht er bei der Borgfelder U19 zwischen den Pfosten. „Da ich den Verein gut kenne, bereits tolle Erfahrungen als Trainer gemacht habe und den Vorstand persönlich sehr schätze“, begründet er seinen Schritt ins FSJ, „war es für mich direkt klar, dass ich meiner Leidenschaft folgen und diesen Verein auch außerhalb des Fußballs unterstützen möchte.“

Soziales Engagement in jeglicher Weise sei ihm wichtig, betont der Abiturient. „Ich bin dankbar dafür, so leben zu können, wie ich zurzeit lebe, weiß aber auch, dass nicht jeder dieses Glück hat“. Darum versuche er, sich so weit es geht für andere einzusetzen und Hilfsbedürftige zu unterstützen. „Das Freiwillige soziale Jahr ist mein erstes soziales Engagement“, erklärt Wolters, „aber auch nach diesem Jahr werde ich mich weiterhin sozial einsetzen.“ Während seines FSJ wolle er in aller Ruhe einen passenden Beruf finden. „Da ich noch sehr unentschlossen über meine berufliche Zukunft bin“, erklärt er, „hoffe ich, nach dem FSJ zu wissen, was ich studieren möchte und wie es danach weiter geht.“ Bislang sei Wolters nach eigenem Empfinden „leider ein eher unstrukturierter Mensch“, räumt er ein. „Ich hoffe, nach diesem Jahr selbstständiger und strukturierter zu sein.“

Lange Zeit sei der Sport sein Berufswunsch gewesen. „Aber für eine Karriere im Sport muss man außergewöhnlich gut sein, weshalb ich die Leidenschaft für den Fußball als Trainer und Spieler wahrscheinlich eher als Hobby beibehalten werde“. Beruflich werde er sich voraussichtlich in einem derzeit noch unbekannten Feld bewegen, glaubt der 18-Jährige, der den Hauptteil seiner Freizeit neben dem Fußball am liebsten gemeinsam mit seiner Freundin Sarah verbringt.

Der SC Borgfeld sei für Benedikt Wolters mittlerweile zu einer zweiten Heimat geworden, versichert er. „Ich treffe dort täglich auf viele sehr nette und hilfsbereite Menschen, welche alle das gleiche Ziel haben – nämlich Spaß und Erfolg in unserer Lieblingssportart Fußball.“ Zudem habe Ben in den vergangenen zehn Jahren sowohl auf als auch neben dem Sportplatz eine Menge erlebt und viele Freundschaften geschlossen. „Ich bin also sehr froh, Mitglied dieses Vereins zu sein“, versichert er.  Um dem Verein etwas zurückzugeben, habe er nun vor, seine Trainerlizenz zu machen. „Die Trainerlizenz gehört definitiv zu den besten Extras des FSJ“, hat er festgestellt. Bereits als Co-Trainer war Wolters daran interessiert, eine Trainerlizenz zu erlangen und sein Fachwissen im Fußball zu erweitern. „Nach einem Grundlehrgang habe ich nun über die Bremer Sportjugend und den SC Borgfeld die Möglichkeit, die B-Lizenz zu erwerben“, blickt er in die nahe Zukunft – und dabei wird er dabei sogar finanziell unterstützt. Dadurch ergebe sich eine „Win-win-Situation“ für beide Seiten, hebt Wolters die Vorteile für ihn und „seinen“ SC Borgfeld hervor.

Sein „Boss“ Thomas Kaessler hält große Stücke auf den frisch gebackenen FSJler: „Ben verfügt für sein junges Alter bereits über eine extrem ausgeprägte Empathie“, versichert der Borgfelder Vorsitzende, „das FSJ wird ihn menschlich noch einmal auf eine höhere Stufe bringen.“ Generell sei Kaessler „ein absoluter Fan von freiwilligem Engagement“, betont er. „Das ist sowohl für die jeweilige Einrichtung, aber vor allem für die jungen Menschen eine enorme Bereicherung“.

Durch die Covid-19-Pandemie wurden dem jungen Mann allerdings einige Steine in den Weg gelegt worden, berichtet der 18-Jährige: „Da der Freizeit-und Amateursport vorübergehend verboten wurde, fallen sämtliche meiner Trainingseinheiten und Punktspiele leider aus.“ Dadurch sei Wolters häufiger zuhause und vermisse die Zeit auf dem Sportplatz. „Darüber hinaus hätte ich die Chance bekommen sollen, in den beiden Borgfelder Grundschulen eine Fußball-AG zu leiten“, führt er weiter aus, „auf diese Arbeit hatte ich mich bereits sehr gefreut, aber durch die Pandemie kann das leider nicht stattfinden.“ Die viele Zeit zu Hause nutze er nun, um ein neues Hobby auszuprobieren: das Kochen.

Als Trainer der dritten D-und dritten C-Jugend betreute Benedikt Wolters vor Corona auch die G-Jugend sowie die Ballschule der Wümme-Kicker. „Alleine diese Aufgaben bereiten mir eine große Freude und besonders im Umgang mit der Ballschule mache ich neue, sehr aufregende Erfahrungen“, bilanziert der junge Mann. Zudem helfe er unter der Woche vormittags dem Platzwart auf der Anlage und übernehme Aufgaben wie Rasenmähen oder verschiedene Reparaturen. Aus eigenem Interesse habe er sich außerdem der vereinseigenen Marketing-Abteilung angeschlossen, „um mehr über das Thema Außendarstellung des Vereins zu erfahren“, erläutert Wolters. Ein FSJ würde er jedem jungen Menschen empfehlen: „Man bekommt dabei die Gelegenheit, in unterschiedlichsten Bereichen tolle Erfahrungen zu sammeln und sich gleichzeitig auch noch sozial zu engagieren.“

Während Ben Wolters die Arbeit mit den vielen Mädchen und Jungen auf dem Fußballplatz immer wieder große Freude bereite, erinnere er sich nur ungern an seinen allerersten Arbeitstag beim SC Borgfeld: „An diesem Tag hatte ich Platzdienst“, erklärt er, „es war Juli und draußen bestimmt 30 Grad heiß.“ Also sei er in kurzer Hose, T-Shirt und Turnschuhen aufgetaucht – und habe sich direkt den ersten Tadel wegen falscher Arbeitskleidung abgeholt. „Seitdem trete ich meinen Dienst nur noch in vernünftiger Arbeitskleidung an“, versichert er schmunzelnd.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme-Zeitung Seite: 6 Datum: 04.01.2021

 
JavaScript ist nicht aktiviert!

Wir freuen uns über jedes neue Mitglied

Was wird zu einer Spielerlaubnis/Spielberechtigung benötigt:

Weitere Informationen