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19.06.2019

 „Was ist los?“, rief Rainer Raute immer wieder über den holprigen Rasenplatz. Und ebenso wie dem Co-Trainer des Blumenthaler SV missfiel den Fans der geradezu lethargische Auftritt der Burgwallelf. Auch der Coach des SC Borgfeld, Ugur Biricik, kam am Sonnabend aus dem Staunen nicht heraus. Derart deutlich dominierte seine Mannschaft die Auswärtspartie bei den favorisierten Nordbremern. Dass sie 1:1 (1:0) endete, war allein der Fahrlässigkeit der Gäste vor dem gegnerischen Kasten zuzuschreiben. Aufgrund ihrer klaren Torchancen hätten sie deutlich gewinnen müssen.

Das räumte auch der konsternierte Blumenthaler Spielertrainer Denis Spitzer nach dem Abpfiff ein. „Wir hätten uns über eine 1:5-Niederlage nicht beschweren dürfen“, bilanzierte er und kündigte Ursachenforschung an. Allein am holprigen Rasen kann es nicht gelegen haben, dass der Höhenflug des Blumenthaler SV fast mit einer kompletten Bruchlandung geendet hätte. Nur in den ersten zehn Minuten der Begegnung kontrollierte der Tabellensechste das Geschehen im Burgwallstadion. Folgerichtig kreierte er zwei klare Torchancen. Zunächst landete der Ball nach einem Alleingang von Leon Nnamdi Krämer am Pfosten und dann in den Armen von Borgfelds Keeper Maximilian Hentrich (7.). Zwei Minuten später aber konnte Hentrich einen Kopfball von Vinzenz van Koll nach exakt getimter Flanke von Jan-Luca Warm erst hinter der Torlinie unter Kontrolle bringen.

Der Blumenthaler SV führte auch deshalb korrekterweise 1:0, weil die Borgfelder bis dahin großen Wert auf die Absicherung ihres Strafraumes und wesentlicher weniger auf die Offensive gelegt hatten. Das sollte sich nach dem Rückstand komplett ändern. Ugur Biricik ordnete Attacke an, seine Mannschaft reagierte prompt und versuchte, das Aufbauspiel der Nordbremer früh zu zerlegen. Mit Erfolg. Das hohe Pressing gefiel den Gastgebern überhaupt nicht. Und als sich selbst der sonst umsichtige Denis Spitzer in der 17. Minute einen Fehlpass leistete, schlich sich zunehmend Unsicherheit in den Spielaufbau der Burgwallelf ein.

Schnelles Umschaltspiel

Exemplarisch dafür stand Moritz Hannemann. Der Dauerläufer im Blumenthaler Mittelfeld zog zwar immer wieder Kreise mit dem Ball. Aber meistens ohne Raumgewinn, weil die Blumenthaler Offensivkräfte vergaßen, dass zum  Erfolg auch die Bewegung ohne Ball gehört. Darüber hinaus zerrieben sie sich an fruchtlosen Einzelaktionen. Sehr zur Freude der Borgfelder, die bei Balleroberung schnell umschalteten und, angetrieben von ihrem Kapitän Kevin Brandes sowie Yassin Bekjar, nicht selten im Minutentakt für Alarm vor dem Blumenthaler Kasten sorgten. Allerdings gingen beide, ebenso wie Kenstar Gehle oder auch Sigdem Doguhan, vor allem in der zweiten Halbzeit fast selbstzerstörerisch mit den besten Torchancen um. Ugur Biricik, der sich immer wieder an den Kopf fasste, weil seine Spieler den Ball nicht im Blumenthaler Tor unterbringen konnten: „Wir haben einen klaren Sieg verschenkt.“

Immerhin wechselte Fortuna nach der regulären Spielzeit doch noch einmal die Seiten. Quasi beim letzten Offensivversuch gelang dem aufgerückten Außenverteidiger Mathis Kröger per Kopf der hoch verdiente Ausgleich, der die Borgfelder zum Jubelsturm über den Platz veranlasste. Eine Woche vor Ostern hatten sie den Blumenthalern in der fünften Minute der Nachspielzeit ein Ei ins Nest gelegt, das den Gastgebern zwar nicht schmeckte, aber um das sie förmlich gebettelt hatten. BSV-Spielertrainer Spitzer sprach hinterher von einem glücklichen Unentschieden und einer "Unterirdischen Vorstellung".

SC Borgfeld: Hentrich; Zlataic, Derin, Kröger, Metzner, Bekjar, Brandes, Gehle, Meyer, Lohs (66. Blanke), Cigdem (Kahrs)

Tore: 1:0 (8.), 1:1 Mathis Kröger (90.+4)

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 6 Datum: 15.04.2019

 
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