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28.02.2020

In der 57. Minute der Partie in der Fußball-Bremen-Liga zwischen Gastgeber SC Borgfeld und Aufsteiger FC Union 60 musste sich Schiedsrichter Claude Kenfack zum wiederholten Male rechtfertigen. Gerade hatte der Unparteiische des SV Werder Bremen den Hausherren einen Strafstoß zugesprochen, weil Gäste-Verteidiger Cevdet Ildas der Ball bei einem Klärungsversuch im eigenen Strafraum an die Hand gesprungen war. "Vollkommen unberechtigt", echauffierte sich Union-Trainer Frank Dahlenberg, "der Junge stützt sich mit der Hand am Boden ab und kann sie sich doch nicht abschneiden." Doch unmittelbar nach Spielende erklärte der Referee den aufgebrachten Gästen, wie er und sein Assistent zu der Entscheidung gekommen waren, die Borgfelds Mittelfeldakteur Alexander Lohs zum viel umjubelten Siegtreffer für das Team von SC-Trainer Ugur Biricik einnetzte.

Vom Anpfiff weg herrschte ein eher müder Kick, beide Mannschaften hatten Probleme mit dem schwer bespielbaren Rasen und neutralisierten sich zunächst im Mittelfeld. "Wir fangen bei 0:0 an", verdeutlichte Union-Trainer Frank Dahlenberg unmittelbar vor Spielbeginn, "und wir werden mit aller Macht versuchen, mindestens diesen Punkt zu verteidigen." Seine Spieler befolgten Dahlenbergs Anweisungen gehorsam und agierten aus einer massierten Defensive heraus, um mit Kontern kleine Nadelstiche zu setzen. Die Hausherren boten aufgrund zahlreicher Ausfälle eine Mannschaft auf, in der mit Torhüter Tom Petter Rode, Jarno Böntgen, Massimo Klüver und Mika Lasse Kroschel gleich fünf Spieler auf dem Platz standen, die allesamt noch in der A-Jugend auflaufen dürften.

Doch waren es weder mangelnde Cleverness oder fehlende Erfahrung, die das Spiel der Hausherren zunächst umständlich und behäbig wirken ließen. Spielerisch klar überlegen kamen die Pässe im Spielaufbau schlicht zu ungenau. Bis ins letzte Drittel kombinierte Borgfeld gefällig, um dann den finalen Pass ins Nirgendwo zu befördern. "Wir haben uns von der Hektik anstecken lassen, die von Union reingebracht wurde", versuchte sich Borgfelds Trainer Ugur Biricik an einer Erklärung für das umständliche Spiel seiner Mannschaft.

Auf der Gegenseite hatten auch die Gäste den Ausfall mehrerer Stammkräfte zu verdauen, entsprechend zurückhaltend trat der Aufsteiger auf und suchte in einer kompakten Abwehr sein Heil. Beim Warmmachen hatte sich zudem noch Routinier Sebastian Rother verletzt, für ihn rutschte Cevdet Ildas in die Abwehrkette – und sorgte letztlich für eingangs beschriebene Szene.

Sie bildete den Höhepunk einer insgesamt niveauarmen Partie, in der die Gäste bis zum Schluss tapfer kämpften, sich trotz dreier Großchancen allerdings nicht mit dem erhofften Punktgewinn belohnen konnten. "Ich habe den Eindruck", haderte Frank Dahlenberg mit der Einstellung seiner Kicker, "dass einige noch immer nicht verstanden haben, wie man in der Bremen-Liga zu spielen hat." Bis auf einen Pfostenschuss in der Schlussphase des eingewechselten Aaron Jacob Gallinger (87.) gerieten die Wümme-Kicker nur noch ein einziges Mal in Gefahr, den Sieg doch noch aus der Hand zu geben, doch SC-Torhüter Tom Petter Rode reagierte glänzend, als Gäste-Stürmer Malwin Kumi frei im Strafraum vor ihm auftauchte und Rode die Kugel im Stile eines Handball-Torhüters so eben noch mit dem Fuß zur Ecke klären konnte (77.). "Einen von den Dingern müssen wir einfach machen", ärgerte sich Dahlenberg, während sich Ugur Biricik über einen "verdienten Sieg aufgrund unserer deutlich größeren Spielanteile und klareren Chancen" freuen durfte. Während Union 60 durch die Niederlage nun auf einen der beiden Abstiegsränge abrutschte, sicherte sich Borgfeld drei wertvolle Zähler, eroberte den sechsten Tabellenplatz – und darf sich nach oben orientieren.

SC Borgfeld: Rode; Klüver, Hennigsson, Kroschel, Cigdem, Lohs (63. Kevin Eichler), Hoshaber (70. Meyer), Lange, Böntgen (75. Nennecke), Wenzelis, Karabas

Tor: 1:0 Alexander Lohs (57./Handelfmeter)

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 6 Datum: 23.09.2019

Nachgefragt bei:

Oguzhan Hoshaber (18) befindet sich in der Ausbildung, wechselte vom ATSV Sebaldsbrück an die Wümme und fühlt sich auf der Position des Spielmachers am wohlsten.

Herr Hoshaber, mit welchem Ziel sind Sie aus Sebaldsbrück nach Borgfeld gewechselt?

Oguzhan Hoshaber: Mein oberstes Ziel ist das Lotto-Masters in der ÖVB-Arena, also will ich am Saisonende mit dem SC Borgfeld mindestens unter die ersten acht Mannschaften kommen.

Wie fühlen Sie sich an der Wümme, wie wurden Sie hier aufgenommen?


Die Atmosphäre ist sehr familiär, das macht es den Neuen wie mir sehr leicht, sich hier von Beginn an wohlzufühlen. Die Spieler und Trainer haben mich sofort super aufgenommen, das macht die Integration natürlich deutlich einfacher.

Ihr Team hat sich gegen einen Aufsteiger sehr schwergetan, woran lag es?

Union hat sehr tief gestanden, wir hatten wenige Räume und haben oft nicht präzise genug gespielt. Aber wir haben auch mit vielen Verletzten zu kämpfen, deshalb bin ich überhaupt froh, dass wir letztlich gewonnen haben.

Neben Platz acht in der Liga: Welche Ziele wollen Sie persönlich erreichen?

Natürlich möchte ich einen Stammplatz bekommen. Ich biete mich in jedem Training an, gebe auf dem Platz immer alles und hoffe, dass der Trainer in den nächsten Spielen nicht mehr an mir vorbei kommt.

Die Fragen stellte Christian Markwort.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 6 Datum: 23.09.2019

 
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