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07.07.2020

Trainer kündigt zum Saisonende seinen Abschied an – Vorstand "vollkommen überrascht"

Nur zwei Tage nach der bitteren 0:8-Klatsche gegen den Bremer SV ereilte die Verantwortlichen des SC Borgfeld die nächste Hiobsbotschaft: "Ich werde den Posten als Cheftrainer der ersten Mannschaft zum Saisonende aufgeben", erklärte Ugur Biricik zur Überraschung der Borgfelder Verantwortlichen. Die Entscheidung habe nichts mit dem derzeitigen Negativlauf des Bremen-Ligisten zu tun, versicherte Biricik, "ich möchte mir nach zehn Jahren als Trainer einfach nur einmal eine Auszeit nehmen".

Begonnen hatte der ehemalige Abwehrspieler (SC Vahr/Blockdiek, Bremer SV, OT Bremen) seine Trainertätigkeit im Sommer 2010 beim SV Vatan Sport, nach einem knapp einjährigen Intermezzo beim SC Vahr/Blockdiek und dem Aufstieg in die Landesliga kehrte Biricik schließlich 2012 nach Gröpelingen zurück. Nachdem er dort aus unterschiedlichen Gründen wieder aufgehört hatte, fungierte der 40-Jährige zunächst knapp sechs Monate als Co-Trainer beim FC Union 60, ehe er 2014 erneut für ein Jahr als Trainer bei OT Bremen anheuerte.

Nach seinem Wechsel zum TuS Komet Arsten führte Biricik die A-Jugend der "Kometen" in die Regionalliga und wechselte schließlich im Sommer 2016 zum SC Borgfeld – wo es ihm gelang, die erste Mannschaft aus der Landesliga endlich in die Bremen-Liga zu führen. "Bei uns stand Ugur bislang in 112 Spielen an der Seitenlinie", erläuterte Borgfelds Pressewart Dirk Beckmann, der vom Rücktritt seines Trainers "vollkommen überrascht" worden sei. "Usch (So Biriciks Spitzname, Anm. d. Red.) führte die Mannschaft in die Bremen-Liga", resümierte Beckmann, "etablierte sie dort auf Anhieb und schaffte es zudem, im zweiten Jahr hintereinander, mit seiner Mannschaft in das Halbfinale des Bremer Lotto-Pokals einzuziehen." Das Verhältnis zum Trainer sei "stets freundschaftlich und sehr eng" gewesen, versicherte Beckmann, "er ist immer ein ehrlicher Mensch mit einer guten Ansprache als Trainer gewesen und hat für den SC Borgfeld auch abseits des Fußballs viel getan."

Da Beckmann und der übrige Vorstand des SC Borgfeld vom Vorhaben des Trainers "aus heiterem Himmel" (Beckmann) erfahren hätten, würden am Wümmedeich nun zeitnah über die Konsequenzen der Entscheidung nachgedacht. "Stand jetzt bleibt Ugur bis zum Saisonende definitiv unser Trainer", betonte der Borgfelder Pressewart, "zeitgleich werden wir aber natürlich über mögliche Optionen nachdenken müssen." Infrage käme eine externe Lösung ebenso wie eine interne, "über Namen haben wir noch gar nicht sprechen können, wir werden jetzt aber in die ersten Gespräche gehen", erläuterte Beckmann. Ebenso wie der künftige Ex-Trainer halte sich auch der Verein "alle Optionen offen", so Beckmann, "wir spielen in den nächsten Tagen verschiedene Modelle durch und wollen bis Weihnachten eine Lösung finden".

Spekulationen über mögliche Nachfolger trat Beckmann energisch entgegen: "Wir wissen jetzt seit fünf Tagen von Ugurs Absicht", erklärt er. Und weiter: "Zuerst werden wir uns mit der Mannschaft unterhalten, ehe wir hier lauthals Namen in den Ring werfen und am Ende doch alles anders kommt." Menschlich und fachlich sei der geplante Rückzug des Trainers "ein herber Verlust, den wir nun auffangen und mit frischem Blut neu beleben müssen."

Für Ugur Biricik stehe nach Saisonende zunächst ein "Sabbat-Jahr" an, in dem er sich mehr seiner Frau und seinen beiden Kindern widmen will. "Ich könnte mir aber vorstellen, anschließend als Trainer zu arbeiten", erklärt Biricik. Eventuell übernehme er beim SC Borgfeld auch eine Jugendmannschaft. "Alles offen", beteuerte Biricik, "vielleicht mache ich auch eine Fortbildung oder arbeite im Friseurladen meiner Schwester", schiebt er nach. Wichtig sei ihm, "dass der Entschluss transparent und rechtzeitig mitgeteilt worden sei, "damit Borgfeld, aber auch ich Planungssicherheit haben".

Bis zu den Feiertagen stehen für den Vorstand zahlreiche Gespräche auf dem Programm. "Wir würden Ugur gerne im Verein halten", versicherte Beckmann, der sich Biricik "auch als Nachwuchstrainer vorstellen" könne. Über eine vorzeitige Trennung wurde "natürlich auch nachgedacht", sagt der Pressewart zwar, "aber das ist derzeit absolut kein Thema bei uns, dafür hat Ugur einfach zu viel Gutes für den Verein getan, das hätte er nicht verdient."

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 8 Datum: 11.12.2019

 
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