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16.12.2018

SFL Bremerhaven schockt den SC Borgfeld spät

Wümmekicker kassieren in der Nachspielzeit den 2:2-Ausgleich

Stefan Freye 11.11.18

Am Ende passte sich die Stimmung dann doch der tristen Umgebung an. Leichter Nieselregen fiel auf den von Blättern übersäten Kunstrasenplatz des SC Borgfeld. Weil es immer dunkler wurde, hatte sein Trainer Ugur Biricik bereits zur Halbzeit das Flutlicht angestellt. Man hätte umgehen können mit der Tristesse am Wümmedeich, wäre es beim 2:1 gegen die SFL Bremerhaven geblieben. Ein Sieg im Duell der Aufsteiger in die Bremen-Liga hätte ja so manche Enttäuschung der letzten Wochen in Vergessenheit geraten lassen. Doch dann traf der Gegner zum 2:2 (1:0)-Endstand, in der Nachspielzeit und nach einem Konter des SC Borgfeld. „Sehr ärgerlich“, meinte Ugur Biricik.

Es ist ja nicht so, dass seine Mannschaft bislang enttäuscht hat. Der neunte Rang ist eine gute Platzierung für einen Aufsteiger. Die 17 Punkte haben dem SCB ein Polster zur Abstiegszone verschafft. Läuft es einigermaßen normal, dann werden die Borgfelder wohl nichts zu tun haben mit dem Klassenkampf im kommenden Frühling. Sie sind ja auch mitten drin um gesicherten Mittelfeld und haben deshalb durchaus Chancen, noch den ein oder anderen Platz gutzumachen. Aber das wussten sie eigentlich bereits im Sommer. Damals hatte schließlich festgestanden, dass der SC Borgfeld über ein Aufgebot verfügt, das mit den meisten Teams mithalten kann. „Wenn der Kader funktioniert, werden wir eine gute Rolle spielen“, meinte der Trainer damals. Nun könnte man angesichts der ordentlichen Platzierung natürlich behaupten: Der Kader funktioniert. Aber das stimmt nicht ganz. Denn eines fehlt dem Team noch: die Konstanz.

Im Spiel gegen die SFL hatte der SCB zwar eine gute Leistung geboten und war letztlich ja auch etwas unglücklich um den Heimsieg gebracht worden. Aber zuvor hatte sich die Biricik-Elf einen Ausrutscher bei Vatan geleistet (1:2) und war auch beim Pokalspiel in Sebaldsbrück (4:1 n.V.) nicht besonders souverän aufgetreten. „Wir hätten auch schon sieben, acht Punkte mehr haben können“, räumt der Trainer also ein. Oder vielleicht sogar zehn Punkte? Dann hätten die Borgfelder Schritt halten können mit der SFL Bremerhaven, dem Mitaufsteiger aus dem letzten Sommer. Der Gast vom Heimspiel am Sonntag sammelte nämlich bereits 27 Punkte und kletterte in den vergangenen Wochen auf den dritten Tabellenplatz. „Wir reden nach 14 Spielen auch nicht von einer Momentaufnahme“, Marcus Klame.

Der SFL-Coach ist schon ziemlich stolz auf seine Kicker. Er sagt, das Team habe sich die gute Platzierung „ein Stück weit verdient“. Warum es so gut läuft? Der Trainer denkt da zuerst an eine gewisse Leichtigkeit: „Wir können jetzt ohne Druck spielen, anders als in den letzten Jahren.“ Daneben kommt der SFL Bremerhaven aber wohl auch zugute, dass sie schon immer als Mannschaft galt, die wenig Gegentore kassiert. „Unsere Prämisse ist, defensiv gut zu stehen“, sagt Marcus Klame – und betont: „Diese Philosophie gibt uns jetzt recht.“ Dabei hatte er die ohnehin als kompakt bekannte Ausrichtung im Sommer noch einmal geändert, tritt nun mit einer Viererkette und zwei Sechsern an. „Damit sind wir noch kompakter“, so der Klame.

Liegt der wesentliche Unterschied zwischen dem SC Borgfeld und der SFL also in einer seit Jahren etablierten Ausrichtung? „Auf die Weise vermeiden sie jedenfalls die Fehler im Aufbau“, sagt Ugur Biricik. Für ihn kommt es trotzdem nicht infrage, die Taktik zu ändern. Tief zu stehen, auf Fehler des Gegners zu warten und dann mit langen Bällen den Erfolg zu suchen, das sei „nicht unser Stil“, unterstreicht der Trainer. Er hat ja auch noch einen ganz anderen Ansatz für die mangelnde Konstanz in seiner Mannschaft. Denn dem SC Borgfeld fehlte in manchen Situationen nicht nur die nötige Cleverness. Ihm fehlten auch zahlreiche Spieler. Die Verletzten wie David Lange, Kevin Brandes, Gerrit Kubin, Kerem Sahin, Oladare Olabaju oder Frederik Metzner wurden schon schmerzlich vermisst. Sie gelten deshalb auch als wesentlicher Grund für die mangelnde Konstanz des Aufsteigers.

Womöglich hätte ein SCB in Bestbesetzung auch den späten Gegenschlag der SFL verhindern können. Zwar hatte Eduard Kimmel (68., FE) die frühe Führung durch Mathis Kröger (10.) ausgleichen können. Doch nach dem 2:1 von Yassin Bekjar (75.) lief eben doch alles auf einen Heimsieg hinaus. Erst der Kopfballtreffer vom eingewechselten Waldemar Ginz (90.+3) raubte den Borgfeldern die drei Punkte. Dabei erlebte Ugur Birick „ein typisches Gegentor“ seiner Mannschaft – sie sei einfach nicht erfahren genug in dieser Situation gewesen. Das Fazit des Trainers: „Wir können zufrieden sein, haben aber auch noch viel Luft nach oben.“

 
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