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27.09.2020

Thorben Kaessler ist eher unverhofft die neue Nummer eins des SC Borgfeld geworden
Hätte ihm jemand vor nicht einmal zwei Monaten gesagt, dass er in dieser Saison die neue Nummer eins des Fußball-Bremen-Ligisten SC Borgfeld werden würde – Thorben Kaessler hätte ihm nicht geglaubt. Eigentlich hatte der 21-Jährige diese Spielzeit ganz anders geplant. Irgendwann mal Bremen-Liga zu spielen, ja, das sei schon ein Ziel von ihm gewesen, aber auch eines, das er selbst bis vor Kurzem eher lang- als mittelfristig betrachtete. Zumal Thorben Kaessler erst gerade eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann angefangen hat. Also sollte es für ihn auch in dieser Saison in der zweiten Mannschaft weitergehen. Wohlgemerkt: sollte. Denn auf einmal ging alles ganz schnell. Torwart Tom Petter Rode, mit dem der Bremen-Ligist fest rechnete, zog seine Zusage wider Erwarten zurück und hinterließ mit seinem Weggang zum niedersächsischen Oberligisten Heeslinger SC eine riesige Lücke. Wer bloß soll das Borgfelder Tor hüten?

Dass die Wahl letztlich auf Thorben Kaessler fallen würde, war zumindest zunächst nicht absehbar gewesen. Zumal die Fußball-Abteilung des SC Borgfeld auf ihren Social-Media-Kanälen öffentlich um interessierte Torhüter warb. "Zu diesem Zeitpunkt war von meiner Seite auch noch gar nicht sicher, ob ich in die erste Mannschaft hochgehen würde", erklärt Kaessler. Er signalisierte lediglich, dass er mal in die Bresche springen könnte, wenn Tom Petter Rode einmal ausfallen sollte. Aber mehr war nicht abgemacht. Schon gar nicht, dass er fest zum Stamm der Mannschaft zählen würde.

Aber schon schnell stellte sich heraus, dass sich kurzfristig kein adäquater Ersatz finden lässt. Für den 21-Jährigen war es jedenfalls nicht weiter verwunderlich, dass der Verein bis vor wenigen Wochen noch aktiv nach einem Ersatzmann suchte. "Es war ja offen kommuniziert", erklärt Thorben Kaessler. Seine Zukunft in der Bremen-Liga-Mannschaft wurde aber konkreter, als absehbar war, dass er Ausbildung und Fußball gut unter einen Hut kriegen würde. "Ich hatte außerdem ein gutes Gespräch mit unserem Trainer Lutz Repschläger", erzählt Kaessler. Danach stand fest: er macht`s. Dabei betonte Trainer Repschläger von Beginn an: "Thorben ist nicht unsere 1b-Lösung, sondern unsere 1a-Lösung." Und Kaessler ergänzt: "Ich sehe mich nicht als eine Notlösung." Um sein Pflichtspieldebüt war der 21-Jährige wahrlich nicht zu beneiden. Zumindest hinterher nicht. Denn im heiß ersehnten Pokal-Halbfinale gegen den Regionalligisten FC Oberneuland musste Thorben Kaessler insgesamt sieben Mal hinter sich greifen. Es verwundert wenig, wenn Thorben Kässler schlussfolgert: "Das war von mir kein gutes Spiel." Aber das sei es von der gesamten Mannschaft nicht gewesen. "Wir hatten uns viel mehr vorgenommen als wir gezeigt haben", ruft sich Kaessler das bittere 0:7 nur ungern ins Gedächtnis zurück.

"Das Spiel gegen den OSC Bremerhaven war dafür schon besser", meint er, auch wenn nach dem 4:3-Auftakterfolg drei Gegentore bei ihm zu Buche standen. Aber auf sein Können konnte Kaessler schon da nachhaltig verweisen, denn mit seinem gehaltenen Elfmeter hielt er seine Mannschaft überhaupt im Spiel. Das vorrangige Ziel sei aber, in der Bremen-Liga Fuß zu fassen und sich weiterzuentwickeln. Genauso wie sich die gesamte Mannschaft weiterentwickeln soll. So lautet die Vorgabe des Trainers.

Der Saisonstart verlief schon einmal vielversprechend, auch wenn die ersten drei Punkte reichlich Nerven kosteten. Gerade Thorben Kaessler stand mit seinen Vorderleuten zum Ende hin zusehends unter Druck und konnte den zwischenzeitlichen Ausgleich nicht verhindern, ehe sich den Borgfeldern mit der letzten Aktion noch einmal eine Chance zum Siegtreffer bot – und die sie letztlich sogar nutzen konnten. "Wir haben einen guten Mix aus erfahrenen und jungen Spielern", glaubt Borgfelds Keeper, mit der Mannschaft eine gute Rolle spielen zu können. Ein Platz im oberen Mittelfeld hält er für durchaus machbar. Was die neue Saison darüber hinaus bringen soll? Abwarten! Im Fußball kann viel passieren – und sehr schnell. Dass Thorben Kaessler in dieser Saison die Nummer eins des SC Borgfeld sein würde, hätte er schließlich selbst bis vor zwei Monaten nicht geglaubt. "Das kam wirklich alles ziemlich überraschend", sagt er.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme-Zeitung Seite: 6 Datum: 11.09.2020

 
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