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12.11.2019

Bis ungefähr zur 60. Spielminute war die Begegnung in der Bremen-Liga zwischen Gastgeber Habenhauser FV und dem SC Borgfeld ein Spiel zweier in etwa gleichwertiger Fußballteams. Dann versuchte sich Borgfelds Mittelfeldspieler Doughan Cigdem mit einer Flanke von der rechten Außenbahn, die Kugel segelte in den Strafraum der Hausherren – und eigentlich rechnete jeder Zuschauer damit, dass HFV-Keeper Daniel Griesbach den Ball ganz einfach fangen würde. Mit den Händen kam der ansonsten überaus zuverlässige Torhüter auch tatsächlich an den Ball heran, ließ diesen jedoch zum Entsetzen seiner Mitspieler durch die Hände gleiten, sodass die Kugel zum 1:0 (0:0)-Endstand ins Tor trudelte.

Habenhausens Trainer Wilco Freund war denn ob des Patzers seines Torhüters auch mächtig verstimmt, machte Griesbach aber keinen Vorwurf. „Wenn ein Torhüter einen Fehler macht“, sinnierte Freund, „führt das in der Regel zum Gegentor.“ Allerdings habe seine Mannschaft „zwar vieles richtig gut gemacht“, führte Freund aus, „aber in der gefährlichen Zone vor dem Borgfelder Tor waren wir heute einmal mehr zu ungefährlich.“ Entweder sei der letzte Pass zu ungenau gespielt worden, „oder vor dem Tor haben uns einfach die nötige Ruhe und die Entschlossenheit gefehlt“, so Freund, für den eigentlich beide Mannschaften mit einem Unentschieden hätten zufrieden sein müssen.

Dem widersprach Borgfelds Trainer allerdings energisch: „Wir hatten bestimmt 70 Prozent Ballbesitz“, versicherte Ugur Biricik. „Aber wir haben einfach den Sack nicht früh genug zugemacht, sodass es am Ende noch einmal unnötig spannend wurde.“ Mehrfach vergaben die Gäste aus aussichtsreicher Position oder scheiterten am eigenen Unvermögen. „Hinten haben wir bis auf zwei Halbchancen der Habenhauser so gut wie nichts zugelassen“, lobte Biricik seine Defensivabteilung, „aber vorne waren wir zu nachlässig und haben klare Torchancen nicht genutzt.“ So vergaben Jarno Böntgen und Kadir Karabas freistehend vor dem gegnerischen Gehäuse, kurz vor dem glücklichen Siegtreffer lief Torjäger Christopher Taylor alleine in Richtung HFV-Tor, vertändelte den Ball allerdings.

Ob das Nervenkostüm des Goalgetters alleine dadurch zum Zerreißen gespannt war, blieb ungeklärt. Tatsache war allerdings, dass er sich in zwei kurz hintereinander folgenden Situationen „einfach dumm“ verhalten habe, wie Ugur Biricik berichtete. Zunächst ließ er sich an der gegnerischen Torauslinie nach einem von zahlreichen Fouls an ihm zu einer Tätlichkeit hinreißen, die der umsichtige Unparteiische allerdings nur mit der Gelben Karte ahndete – um dann schließlich verwarnt „viel zu ungestüm“ (Biricik) in einen Zweikampf zu gehen und nach einem weiteren Foulspiel schließlich verdient mit Gelb-Roter Karte des Feldes verwiesen zu werden (82.).

Danach öffneten die Hausherren sämtliche Tore, versuchten, sich in der gegnerischen Hälfte festzubeißen, kamen aber nicht mehr zum Ausgleichstreffer. „Wir haben uns mit zehn Mann hinten rein gestellt“, skizzierte Ugur Biricik die knifflige Schlussphase, „haben die Räume eng gemacht und aus meiner Sicht aufgrund der deutlich höheren Spielanteile auch verdient gewonnen.“ Zwar seien die Gastgeber körperlich überlegen gewesen, „weil wir uns mit sieben A-Jugendlichen etwas haben einschüchtern lassen“, wie Biricik erläuterte. „Aber dafür waren wir spielerisch klar besser und hätten mit dem zweiten Tor einfach wesentlich früher für Ruhe sorgen müssen“.

Während sich die Borgfelder durch den laut Wilco Freund eher erkämpften Auswärtssieg tabellarisch nach oben orientieren dürfen, muss der Habenhauser FV weiter um den Klassenerhalt bangen. „Jeder Punkt ist wichtig“, betonte Ugur Biricik nach Spielende erleichtert, „wie der zustande kommt, ist mir ziemlich egal.“ Wilco Freund machte die Art und Weise seiner Mannschaft dagegen trotz der jüngsten Pleiten dennoch Hoffnung: „Wir haben die Qualität für die Bremen-Liga auf jeden Fall im Kader“, versicherte der HFV-Trainer, „aber wir müssen das jetzt langsam auch mal auf dem Platz umsetzen und uns in den nächsten Spielen endlich für unseren enormen Aufwand belohnen.“

SC Borgfeld: Rode; Philip Eichler (76. Wenzelis), Olaobaju (46. Cigdem), Hennigsson, Klüver, Kevin Eichler (60. Taylor), Meixner, Böntgen, Kroschel, Hosaber, Karabas

Tore: 0:1 Doughan Cigdem (62.)

Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Borgfelds Christopher Taylor (81./wiederholtes Foulspiel)

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 6 Datum: 16.09.2019

 
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