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26.10.2020

Der Jubel war nicht komplett verhallt, da setzte es den Nackenschlag: Philip Eichler hatte den SC Borgfeld im Auswärtsspiel in der Fußball-Bremen-Liga beim SV Werder Bremen III gerade in Führung gebracht, als die Gastgeber unmittelbar nach dem Anstoß mit einem ihrer wenigen Angriffsversuche bis an die rechte Strafraumkante der Borgfelder gelangten. Aus knapp 18 Metern hielt Werder-Angreifer Kebba Sillah schließlich drauf und eigentlich wäre diese Aktion kaum der Rede wert gewesen – der abgegebene Schuss schien nämlich nicht sonderlich gefährlich. Weil Keeper Thorben Kaessler der Ball aber durch die Hände rutschte, war das kampfbetonte Kellerduell auf einmal wieder völlig offen.

Trainer Lutz Repschläger kam also auch nach diesem Spiel nicht umhin, von „Nachlässigkeiten“ zu sprechen, die zu „unnötigen Gegentoren führen“ – wie bereits unzählige Male zuvor. Im Gegensatz zu den vorherigen Partien konnte er diesen Umstand allerdings leicht verschmerzen, schließlich hatten die Borgfelder beim 2:1 (1:1)-Erfolg drei wichtige Punkte eingefahren, was wiederum auch an Keeper Thorben Kaessler lag.

„Natürlich darf ihm das nicht passieren“, rügte der Borgfeld-Coach seinen Schlussmann für dessen Fehlgriff beim zwischenzeitlichen Ausgleich und mutmaßte, dass Thorben Kaessler bei dem Gegentor „gedanklich bereits einen Schritt weiter“ gewesen sei. Repschläger nahm seinen Torwart aber auch in Schutz, denn: “Wichtig war, dass er uns mit vielen guten Paraden den Sieg gerettet hat.“ Doch nicht nur der Keeper präsentierte sich über weite Strecken der Begegnung in guter Verfassung, auch seine Mitspieler zeigten phasenweise ordentlichen Fußball.

Nachdem die Gäste schon in der Anfangsphase bereits mehrfach zu einigen Tormöglichkeiten gekommen waren, führte ein ansehnlicher Spielzug zur Führung. Über die rechte Angriffsseite gelangte der Ball auf den Flügel, und per Flanke schließlich in den Strafraum der Grün-Weißen. Dort hatte Borgfelds Kapitän David Lange auch noch genügend Zeit und Raum, um mit einem Querpass seinen ebenfalls relativ unbehelligt postierten Mitspieler Philip Eichler zu bedienen, der ohne große Mühe zur verdienten Führung einnetzen konnte. „Wir hatten eine gute Ballkontrolle und haben viele Situationen in der Defensive meistens auch gut geklärt“, resümierte Lutz Repschläger nach dem Abpfiff der Partie. Gleichzeitig zeigte er aber auch die Missstände auf, an denen es noch zu arbeiten gelte: „Uns fehlt die nötige Konstanz über 90 Minuten“, mahnte der Trainer und sprach dabei auch besagte Nachlässigkeiten an.

Doch Thorben Kaessler parierte zwei Torschüsse souverän (55./70.), behielt in zwei Eins-gegen-eins-Situationen die Oberhand (60./80.) und hatte dann noch bei einem Lattenschuss eines Werderaners das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite (75.). Kurz darauf fiel der Siegtreffer durch Kenstar Gehle. „In der Regel haben wir offensiv viele gute Lösungen gefunden“, so Repschläger, „aber in der Rückwärtsbewegung und im Zweikampfverhalten müssen wir uns noch verbessern.“ Zwar sei Werder nicht oft zu guten Möglichkeiten gekommen, so Repschläger, „aber gegen stärkere Mannschaften dürfte es schwer werden, nach solchen Fehlern wieder zurückzukommen und noch zu gewinnen“. Der Borgfelder Coach hofft vor allem darauf, dass sein Kader demnächst wieder voller wird.

„Nur so entwickelt sich der nötige Konkurrenzkampf“, erläuterte Repschläger, „den man einfach braucht, um auf diesem Niveau mithalten zu können“. Derzeit zeigt sich das Team von Spieltag zu Spieltag stets stark verändert, die nötigen Automatismen könnten ob einer recht spärlichen Trainingsbeteiligung ebenfalls nur schwer einstudiert werden. „Mal fehlt einer berufsbedingt“, haderte Repschläger, „dann ist ein anderer krank und ein Dritter ist privat verhindert, das macht es mir als Trainer nicht einfach.“ Gleichzeitig nahm Repschläger seine Spieler aber in Schutz: „Wir bewegen uns hier im Amateurbereich“, verdeutlichte er, „da kann es natürlich passieren, dass andere Dinge Vorrang genießen, es darf nur nicht Überhand nehmen, sonst könnte es im weiteren Saisonverlauf knifflig werden.“ Zudem sei er „immer positiv gestimmt“, versicherte der Coach, „die Jungs trainieren gut, und gute Arbeit wird am Ende auch belohnt“.

SC Borgfeld: Kaessler; Becker, Wenzelis, hatke, Kubin (74.) Meixner), Lange, Brandes (65. Lohs), Karabas (56.Henningsson), P.Eichler, Roth, Gehle

Tore: 0:1 Philip Eichler (20.), 1:1 (21.), 1:2 Kenstar Gehle (78.)

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme-Zeitung Seite: 6 Datum: 12.10.2020 

 
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