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16.08.2018

FC Oberneuland feiert trotz 1:2-Rückstand einen Traumstart

Die Vinnenweg-Kicker bescheren ihrem Trainer Kristian Arambasic zum Bremen Liga-Auftakt einen 7:2-Sieg beim Aufsteiger SC Borgfeld 

von Stefan Freye 05.08.18

Der Applaus war dann doch eher verhalten, und die Köpfe hingen tief: Am Ende ihrer Bremen-Liga-Premiere waren die Kicker des SCBorgfeld schon ein bisschen enttäuscht. Es war ja vorher klar gewesen, dass der Aufsteiger aus der Landesliga im FC Oberneuland das vielleicht beste Team der Liga zu Gast und entsprechend wenig zu erwarten hatte. Die 2:7 (2:4)-Heimniederlage fiel allerdings unangenehm klar aus, und sie hatte sich zu Beginn der Partie nicht gerade angedeutet. Im Gegenteil. Rund 20 Minuten nach Anpfiff war die Welt im kleinen Wümme-Stadion zu Borgfeld noch mehr als in Ordnung gewesen. „Wir haben richtig gut angefangen, aber dann habe ich mich erschrocken“, meinte Kristian Arambasic. Der Trainer war sich zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob er an seinem 41. Geburtstag auch einen sportlichen Erfolg zu feiern haben würde. Der SC Borgfeld hatte schließlich vorgelegt, frech und effektiv zwei Treffer zum 2:1-Zwischenstand erzielt. „Zwei Schüsse, zwei Treffer, ich habe mich tierisch geärgert“, so Arambasic.

 

Sein Kollege ärgerte sich natürlich nicht über den Traumstart der eigenen Elf. Die überraschende Führung schien doch so gut zu passen zur Euphorie des Neulings. Aber sie hatte auch ihre Schattenseiten. „Wahrscheinlich hat uns der Start nicht mal gut getan“, meinte SCB-Coach Ugur Biricik. Seine Mannschaft konnte der Verlockung offenbar nicht widerstehen, den positiven Zwischenstand auf die Situation in der neuen Liga zu übertragen: Wer gegen den FCO mit 2:1 führt, wird es schon nicht so schwer haben. Ein Trugschluss. „Wir sind danach zu nachlässig angetreten“, so Biricik. Der SCB hatte angesichts der hundertprozentigen Chancenverwertung am Limit agiert, und er bekam es mit einem Gegner zu tun, der bereits zu diesem frühen Saisonzeitpunkt eine ungeahnte Souveränität an den Tag legte. „Dabei sind wir heute zum ersten Mal in dieser Besetzung angetreten“, wunderte sich FCO-Stürmer Simon Cakir. Nachher haderten die Borgfelder zwar mit den entscheidenden Szenen. Der Strafstoß zum 2:2 war umstritten, dem 3:2 durch Bolly Jawo ein Fehler vom jungen Keeper Simon von Hallen vorausgegangen, und beim 4:2 soll Torschütze Tom Trebin im Abseits gestanden haben. Es war womöglich ziemlich unglücklich gelaufen für den Gastgeber. Aber kam es wirklich darauf an? „Es war nur eine Frage der Zeit, wann der FCO das Spiel drehen würde“, meinte Frank Ordenewitz.

 

Früher waren die Söhne von Werders Nachwuchs-Chefscout mal im Trikot der Oberneulander angetreten. Heute spielen Niklas und der derzeit verletzte Marco Ordenewitz für den SC Borgfeld. Das änderte aber nichts an der Einschätzung ihres Vaters: „Der FCO war in allen Belangen überlegen und besitzt ja auch ganz andere Ansprüche.“ So sieht es aus. Der Gast gilt als Topfavorit der Liga. Dass er diese Rolle nach dem holprigen Start eindrucksvoll untermauerte und eine stetige Dominanz ausübte, nötigte seinem Trainer Respekt ab. „Es spricht für unsere Qualität, dass wir das Ding noch in der ersten Halbzeit gedreht haben“, meinte Kristian Arambasic – und verabschiedete sich zum ruhigen Ausklang seines Geburtstages. Am Abend wird der Trainer den Auftakt dann sicher noch einmal rekapituliert haben. Und dabei dürfte er an der Besetzung seines Mittelfelds nicht vorbei gekommen sein: Im überragenden Karim Raho (Heeslinger SC) hat der FC Oberneuland nun zweifellos einen der besten Bremen-Liga-Spieler in seinen Reihen. Daniel Block, amtierender Fußballer des Jahres, zählt bereits in diese Kategorie, und auch die Qualität von Tom Trebin ist bekannt. Es war letztlich die bärenstarke Leistung der Oberneulander Zentrale, die für den Umschwung in diesem Spiel gesorgt hatte.

 

Und dabei fehlte dem FCO noch der ein oder andere Mittelfeldspieler: Talent Onur Uzun musste frühzeitig angeschlagen raus, und Boris Koweschnikow wird nach einer Verletzungspause erst in einigen Wochen zurückkehren. Von einem solchen Überangebot allein in diesem Mannschaftsteil kann Ugur Biricik nur träumen. Aber dem Trainer des unterlegenen Aufsteigers war schon bewusst, dass er sich dem FCO nicht messen kann – und auch gar nicht muss. So gesehen erfüllte das Spiel durchaus seine Funktion. „Wir hatten einige gute Ansätze und haben vor allem viel gelernt.“

 

Tore: 0:1 Raho (4.), 1:1 Lange (8.), 2:1 Bekjar (18.), 2:2 Jawo (27., FE), 2:3 Jawo (36.), 2:4 Trebin (45.+1), 2:5 Trebin (55.), 2:6 Hennigsson (65., ET), 2:7 Jawo (83.).

 
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