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28.02.2020

Zwei vollkommen gegensätzliche Halbzeiten bekamen die Zuschauer am Sonntagnachmittag auf dem Kunstrasenplatz des SC Borgfeld zu sehen. Im Bremen-Liga-Spiel gegen den ESC Geestemünde führten die Borgfelder Fußballer zur Pause schon mit 3:0 – doch nach einer katastrophalen zweiten Hälfte hieß es am Ende tatsächlich noch 4:3 für die Gäste aus Bremerhaven.

Dabei fing das Spiel doch so gut an für den SCB. Das Team von Trainer Ugur Biricik setzte den ESC von Beginn an unter Druck und verhinderte dadurch ein kontrolliertes Aufbauspiel. Doch auch Borgfeld spielte seine Angriffe zunächst nicht sauber zu Ende. Zur Führung half dann eine Standardsituation. Kasim Uslus Freistoß von knapp außerhalb des Sechzehners wurde von der Mauer abgefälscht und war für ESC-Torhüter Ansar Pazhigov dadurch nicht mehr zu halten (13.). Wenig später hatte auch Geestemünde die erste gute Gelegenheit, Philip Schönewolf konnte Borgfelds Schlussmann Tom Rode nach einem schönen Dribbling aus spitzem Winkel aber nicht mehr überwinden. Borgfeld hatte jedoch weiterhin die besseren Chancen.

Erst strich der Ball nach einer scharf getretenen Ecke hauchdünn am zweiten Pfosten vorbei, dann war Kevin Brandes bei einer Hereingabe von Christopher Taylor einen Schritt zu spät. Schließlich war es Taylor, der für das 2:0 sorgte. Nach einem guten Pass in die Spitze umkurvte er Pazhigov und brauchte nur noch einzuschieben (33.). Kurz darauf hatten die Gäste aus Bremerhaven ihre beste Chance in der ersten Hälfte. Wieder war es Schönewolf, der an seinem Gegenspieler vorbei ging, sein Schuss verfehlte das Tor jedoch knapp (35.). Borgfeld hingegen legte nach.

Uslu hätte nach einer schönen Flanke von linksaußen schon selbst den Doppelpack schnüren können, der Ball versprang ihm jedoch bei der Annahme. Geistesgegenwärtig legte er dann aber zurück auf Oguzhan Hoshaber, der aus kurzer Distanz den dritten Treffer erzielte (41.). Das 3:0 zur Pause war durchaus verdient. Borgfeld investierte mehr in das Spiel, von Geestemünde kam offensiv einfach viel zu wenig. ESC-Coach Stefan Schlie brachte aus diesem Grund zur zweiten Halbzeit Tim Klowat und Luca Mittelstädt in die Partie und hatte damit – nach einem verletzungsbedingten Tausch in der ersten Hälfte – sein Wechselkontingent bereits ausgeschöpft. "Das war natürlich ein Risiko, aber die Jungs haben das Spiel ja dann Gott sei Dank gedreht", erklärte Schlie. Sein Gegenüber Ugur Biricik hingegen erinnerte sein Team an ein Spiel aus dem letzten Jahr: "Wir hatten schon mal ein Spiel gegen den ESC, das wir nach klarer Führung noch verloren haben. Ich habe den Jungs noch gesagt, sie sollen aufpassen."

Spiel wird immer hitziger

Doch die mahnenden Worte des Trainers halfen nicht. In der 48. Minute verlor Jano Böntgen den Ball vor dem eigenen Tor, der eingewechselte Klowat nutzte dies eiskalt aus und leitete die Aufholjagd ein. Sein Tor gab den Bremerhavenern neue Motivation und Borgfeld hatte große Mühe, sich der energischen Angriffe des ESC zu erwehren. Klowat legte wenig später gleich das zweite Tor nach, diesmal mit einem präzisen Schuss ins lange Eck (55.). Gegen die weit aufgerückten Gäste hätte der SC Borgfeld das Spiel mit gut gesetzten Kontern immer noch für sich entscheiden können, doch offensiv kam von ihnen in Hälfte zwei nur noch sehr wenig. Die beste Chance hatte Taylor, der den Ball frei vor dem gegnerischen Keeper aber vertändelte.

Das Spiel wurde von Minute zu Minute hitziger. Aufgrund von Fouls, Verletzungen und ständiger Diskussionen war die Partie immer wieder unterbrochen. Schiedsrichter Christopher De Vries hatte alle Hände voll zu tun und verteilte insgesamt sieben Gelbe Karten. All dies führte natürlich zu einigen Minuten Nachspielzeit, in der die Gäste das Spiel dann tatsächlich noch drehten. Zunächst erzielte Schönewolf den Ausgleich (90.+1), dann traf Jerome Weinlich nach einem Konter sogar noch zum 4:3 (90.+3). "Wir haben eine super erste Halbzeit gespielt, aber in der zweiten einfach komplett aufgehört, Fußball zu spielen. Dass man so ein Spiel noch verliert, ist eine Blamage", resümierte der sichtlich frustrierte Biricik nach dem Spiel.

SC Borgfeld: Rode; Cigdem, Böntgen, Klüver, Kubin, Lange, Brandes, Hoshaber, Lohs (69. Karabas), Uslu (88. Kahrs), Taylor

Tore: 1:0 Kasim Uslu (13.), 2:0 Christopher Taylor (33.), 3:0 Oguzhan Hoshaber (41.), 3:1 (48.), 3:2 (55.), 3:3 (90.+1), 3:4 (90.+3)

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 8 Datum: 28.10.2019

 
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