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23.05.2019

Bereits vor Anpfiff der Begegnung in der Bremen-Liga zwischen dem SC Borgfeld und dem ESC Geestemünde musste SC-Trainer Ugur Biricik die erste Hiobsbotschaft verdauen: Nach langer Verletzungspause stand Innenverteidiger Oladare Olaoobaju endlich wieder im Kader und sollte eigentlich auch von Beginn an auflaufen. Allerdings plagten den Kicker kurz nach dem Aufwärmen große Schmerzen im lädierten Knie und um kein Risiko einzugehen, ließ ihn sein Coach auf der Bank Platz nehmen.

Ob der Verteidiger die anschließende 2:4 (1:0)-Heimniederlage verhindert hätte, bleibt natürlich Spekulation – Fakt ist allerdings, dass die Mannschaft in der Schlussviertelstunde förmlich auseinanderbrach und trotz deutlich größerer Spielanteile am Ende mit leeren Händen vom Platz schlich. Vom Anpfiff weg präsentierten sich die Rot-Weißen in bester Verfassung, Gäste-Trainer Stefan Schlie musste nach dem fulminanten Auftakt der Hausherren sogar mit einem Debakel rechnen. „Die spielen einen mutigen und attraktiven Fußball“, lobte er, „wenn sie gegen uns das 3:0 machen, gehen wir als verdienter Verlierer vom Platz.“ Tatsächlich hätten sich die Gäste nicht beschweren dürfen, wenn sie in Durchgang eins bereits mit drei, vier Toren ins Hintertreffen geraten wären.

Doch weder Christopher Taylor (20.), Kevin Brandes (29.) oder Kenstar Gehle (34.) blieb es trotz hochkarätiger Möglichkeiten vergönnt, die Führung zu erzielen. Erst Torjäger Taylor brach den mysteriösen Torbann und erzielte nach Vorarbeit von Kevin Brandes den verdienten Treffer zum 1:0 (35.).

Geestemünde im Glück

Als Brandes kurz nach Wiederbeginn sogar auf 2:0 erhöhte (52.), schien die Messe bereits frühzeitig gelesen, zu wenig durchschlagskräftig präsentierten sich die Gäste, die zudem auch noch ohne ihre beiden Top-Stürmer Tim Klowat und Bruno da Silva Oliveira auskommen mussten. Bieder im Spielaufbau und wiederholt unsortiert in der Defensive überließen sie Borgfeld große Spielanteile und zeigten nur wenig von den Stärken, die sie auf den derzeit vierten Tabellenplatz gehievt hatten. „Es war in den ersten 45 Minuten eine unterirdische bis durchschnittliche Leistung von uns“, zeigte sich Schlie mit dem ersten Durchgang überhaupt nicht einverstanden, „wir hatten einfach Glück, dass Borgfeld die vielen Chancen nicht nutzen konnte.“

Auch die Anfangsphase der zweiten Hälfte stand mehr oder minder gänzlich im Zeichen der Wümme-Kicker, bereits kurz nach dem Brandes-Treffer hätte Christopher Taylor für die endgültige Entscheidung sorgen müssen, doch nach seinem Solo scheiterte der Goalgetter an ESC-Keeper Lukas Katarius (55.). Auf der Gegenseite hatte Stefan Schlie nach einer Stunde die Nase voll und brachte mit Mert Tayircik und Sercan Bayram (62.) frisches Personal auf den Platz. Und ausgerechnet Tayircik wurde nur wenig später zum Spieler des Spiels: Nachdem Philip Schönewolf mit einem Sonntagsschuss zunächst den Anschluss hergestellt hatte (70.), überschlugen sich in der Schlussphase förmlich die Ereignisse. Innerhalb von gerade einmal fünf Minuten nutzten die Gäste die Borgfelder Unordnung in der Abwehr, um durch Mert Tayircik erst zum Ausgleich zu kommen (73.), ehe Steffen Rohwedder den ESC sogar in Führung brachte (75.). „Da haben wir total den Faden verloren“, ärgerte sich Ugur Biricik, „und ein Spiel aus der Hand gegeben, das wir niemals hätten verlieren dürfen.“ Trotz numerischer Überzahl der Gastgeber nach der Gelb-roten Karte gegen Mert Tayiricik wegen Foulspiels und Meckerns (80.) lief bei Borgfeld nichts mehr zusammen und der eingewechselte Sercan Bayram versaute den Rot-Weißen die Generalprobe für den Pokal-Kracher beim Bremer SV (Sonnabend, 16. März, 13 Uhr) nach Strich und Faden. „Dieses Spiel müssen wir ganz schnell aus den Köpfen bekommen“, verdeutlichte Ugur Biricik, „und uns jetzt voll konzentriert und fokussiert auf den Pokal vorbereiten.“

SC Borgfeld: von Hallen; Tietjen, Kröger (72. Wenzelis), Soller, Lohs, Cigdem (77. Derin), Sahin (68. Meixner), Brandes, Kahrs, Gehle, Taylor

Tore: 1:0 Christopher Taylor (35.), 2:0 Kevin Brandes (52.), 2:1 (70.), 2:2 (73.), 2:3 (75.), 2:4 (86.)

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 7 Datum: 11.03.2019

Nachgefragt bei Kerem Sahin
Foto: Christian Markwort

Kerem Sahin (23) spielt seit drei Jahren für den SC Borgfeld. Der gelernte Spielmacher war monatelang wegen einer schweren Knieverletzung ausgefallen und findet langsam wieder zu alter Stärke.
Herr Sahin, wie kam es zu dieser Niederlage?

Kerem Sahin: Kann ich nicht genau sagen, die Enttäuschung ist einfach zu groß. Wir haben das Spiel lange dominiert, aber unsere vielen guten Torchancen leider nicht konsequent genug genutzt.

Warum ist der SC Borgfeld nach dem Anschlusstreffer derart aus dem Tritt gekommen?

Kann ich mir und auch Ihnen überhaupt nicht erklären. Wir waren gut im Spiel und hätten schon zur Pause viel deutlicher führen müssen. Wie das Team dann nach den beiden Gegentoren so schnell auseinanderfallen kann, verstehe ich einfach nicht. Das werden wir unter der Woche genau analysieren und aufarbeiten müssen.

Sie selbst haben nach langer Verletzungspause offensichtlich wieder Fuß gefasst – wie fühlen Sie sich?

Ich bin topfit und sehr motiviert. Die Pause fiel mir unheimlich schwer und ich bin glücklich, wieder auf dem Platz stehen zu dürfen.

Was müssen Sie und Ihre Mitspieler vor dem Pokal-Kracher beim Bremer SV tun, um diese Niederlage aus den Köpfen zu bekommen?

Auf der Leistung der ersten 60 Minuten gegen Geestemünde können wir aufbauen, da haben wir gegen einen sehr starken Gegner eine super Vorstellung abgeliefert. Dass der BSV klarer Favorit ist, weiß jeder, aber gerade deswegen haben wir nichts zu verlieren und können vielleicht für eine Überraschung sorgen. Im Pokal haben wir in den letzten Jahren eigentlich immer gut ausgesehen.

Die Fragen stellte Christian Markwort.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 7 Datum: 11.03.2019

 
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