B-Junioren des SC Borgfeld führen bis kurz vor Schluss mit 1:0, doch der Hamburger SV II gleicht noch aus
Da standen sie nun, die B-Junioren des SC Borgfeld. Ausgelaugt, durchnässt und vor allem eines: enttäuscht. Der Fußball-Regionalligist hatte dem Hamburger SV II, immerhin Zweiter der Tabelle, ordentlich Paroli geboten. Mehr noch: Die Borgfelder standen dicht vor ihrem ersten Saisonsieg, ehe sich der eigentlich als Flanke gedachte Ball irgendwie seinen Weg ins Borgfelder Tor bahnte. „Das Unentschieden fühlt sich an wie eine Niederlage“, ließ Trainer Yimin Ehlers seinem Frust freien Lauf.

Die Hausherren hatten bravourös dagegengehalten. Borgfelds Trainer sprach hinterher von einer „richtig, richtig guten ersten Halbzeit“, in der seine Mannschaft läuferisch viel investierte und im Spiel gegen den Ball ordentlich Druck auf den Favoriten ausübte. Zwar besaßen die Gäste die größeren Spielanteile und verzeichneten durch ihre technische Überlegenheit im Ansatz vielversprechende Angriffe. Doch letzten Endes blieben sie in der aufmerksamen Defensive hängen. Auch dank des kämpferischen Einsatzes der Borgfelder, die zum Teil einen gefährlichen Abschluss verhinderten, indem sie sich mit ihrem ganzen Körper in den Schuss warfen. So war es keine große Überraschung, dass die erste Chance der Hamburger aus einem (abgefälschten) Freistoß resultierte, den SCB-Schlussmann Elias Ammon entschärfte (10.).

Die Borgfelder beschränkten sich indes nicht nur aufs Verteidigen. In einem im Mittelfeld von vielen Zweikämpfen geprägten Spiel mit Ballverlusten hüben wie drüben wusste das Team von Yimin Ehlers vereinzelt schnell umzuschalten und somit Nadelstiche zu setzen. So wie Marin Vukoja, dessen Schuss von der Strafraumgrenze ebenso in letzter Not noch von einem Hamburger Abwehrbein geklärt werden konnte (17.). Knapp 20 Minuten später bot sich dem Borgfelder die erneute Chance – und traf. Schön von Abwehrchef Kevin Klee ins Szene gesetzt, erzielte Vukoja mit einem strammen Schuss von der rechten Strafraumgrenze die umjubelte Führung.

Geschenkter Ausgleich

„Zu Beginn der zweiten Halbzeit hat uns Hamburg hinten ein bisschen reingedrückt“, beobachtete Yimin Ehlers mit Wiederbeginn den größer werden Druck der Gäste. Aber es blieb dabei: Zwingendes erspielte sich der HSV II nicht. Gleichwohl blieben die Hamburger mit ihren starken Einzelspielern die ganze Zeit über gefährlich, und je länger das Spiel dauerte, desto mehr forcierten sie ihre Angriffsbemühungen denn auch. Dass eine eigentlich leicht zu verteidigende Flanke schließlich im Tor landete, überraschte auch den Gast. „Ein absolutes Geschenk von uns“, meinte der Borgfelder Coach zur Entstehung. Er wollte die Schuld jedoch nicht vorrangig bei seinem Keeper Ammon suchen, der bei dieser Bogenlampe vom linken Flügel keine besonders gute Figur abgab. Vielmehr störte sich Yimin Ehlers daran, dass „der Hamburger Gegenspieler, der mir gerade so bis zur Hüfte geht, den Ball noch mit seinem Kopf erreicht und ihm so noch entscheidend ins Tor lenkt.“ Das unglückliche Gegentor war aber nur ein Grund für den Borgfelder Frust. Denn den Gastgebern eröffnete sich tatsächlich noch einmal die Chance zurückzuschlagen. Beziehungsweise schlugen sie auch zurück, doch bei seinem Schuss ins lange Eck soll der eingewechselte Ibrahim Altunok nur zwei Minuten nach dem Ausgleich im Abseits gestanden haben (77.). „Ob es wirklich Abseits war, kann ich nicht bewerten“, meinte Ehlers. Ärgerlich war es allemal. Mit etwas mehr Fortune hätten die Gastgeber weitere Chance kreieren können, da die von Ex-Profi Bastian Reinhardt trainierten Hamburger vehement auf das Siegtor aus waren, die Borgfelder weit vorne anliefen, ihnen aber somit vereinzelt auch (ungenutzten) Raum gaben.

Doch es blieb beim bereits dritten Unentschieden der Borgfelder, deren Warten auf den ersten Saisonsieg weitergeht. Ob es am Ende auch eine Frage der fehlenden Konzentration war, die Yimin Ehlers im Vorfeld mitunter als Grund für den bisherigen Saisonverlauf genannt hatte? „Beim Gegentor auf jeden Fall“, meinte er. Grundsätzlich konnte er seiner Mannschaft in dieser Hinsicht aber keinen Vorwurf machen. „Wir waren schon ziemlich aufmerksam“, erklärte er weiter. Auf dieser Leistung lasse sich aufbauen.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Wümme Zeitung Seite: 6 Datum: 30.09.2019

SC Borgfeld: Ammon; Wrobel, Klee, Hellerms, Spies, Akpinar (Altenburg 58.), Vukoja (Bormann 77.), Lindloff, Wolff, Schierholz (Sablotny 63.), Owusu (Altunok 63.)

Tore: 1:0 Marin Vukoja (34.), 1:1 (75.)

 
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